Wenn, heuer aufgrund des Wochenendes ausnahmsweise am 30. statt dem 31. Oktober, die Banken des Landes zum Weltspartag laden, dürfen sie sich über regen Zulauf freuen. Sparen und die Veranlagung auf Konten und Sparbüchern hat bei uns weiter Tradition – auch wenn sich die Art und Weise, Geld zur Seite zu legen, verändert.
Vermutlich hat ein jeder noch lebhafte Erinnerungen an den Weltspartag. Von der Aufregung, wenn einen die Mama und/oder der Papa zur Bank mitgenommen haben, um ein paar Euro einzuzahlen. Es ging, zumindest den Eltern, in erster Linie um die Weitergabe des Spargedankens. Und damit um das Wissen, wie man sich etwas aufbauen kann. Als Kind freute man sich eher über das Geschenk, das es alljährlich abzustauben gab. Während der Großteil der Österreicher heute nicht mehr so richtig daran glaubt, dass es noch möglich ist, sich etwas aufzubauen, erfreuen sich die kleinen Geschenke am Weltspartag weiterhin ungebremster Beliebtheit.
Zwar gaben in einer Studie der Erste Group nur 26 Prozent an, am Weltspartag zur Bank zu gehen, doch die Tendenz ist steigend. Ebenso jene, bei der es um die Bedeutung des Weltspartages an sich geht. Kein Wunder, denn Sparen ist für 83 Prozent der Österreicher sehr oder ziemlich wichtig – der höchste abgefragte Wert seit 2014. Krisen, Kriege, globale Umwälzungen führten vor allem bei der jungen Generation zum Gedanken: Sparen ist wichtig.
Das Problem: Während immer mehr von uns sparen wollen, wird aufgrund der Inflation der finanzielle Spielraum dafür immer enger. Im Schnitt legen wir mit 306 Euro pro Monat um 14 Euro weniger als im Vorjahr zur Seite. Der Sparbetrag liegt inflationsbereinigt auf dem Niveau von 2016. Nur noch 34 Prozent sind zufrieden damit, was sie ansparen können, während ein Drittel angibt, am Monatsende kein Geld mehr ansparen zu können.
Für 79 Prozent bleibt das Sparbuch oder Konto die meistgenutzte Sparform. Und das trotz des Wissens, dass es kaum noch Ertrag bringt. Ein Viertel bewahrt Bargeld sogar im Tresor oder generell zu Hause auf. Langsam, aber doch gehen auch wir Österreicher mit der Zeit – der Anteil an Wertpapieren stieg von 38 auf 40 Prozent und überholte den Bausparer (34 Prozent). In Gold und Edelmetalle investieren 30 Prozent, in Kryptowährungen schon 15 Prozent. Vor allem ETFs, also breit gestreute und damit recht sichere Fonds, treiben das Wachstum bei den Wertpapieren.
Der Traum, sich eine Immobilie zu ersparen, platzt dagegen vor allem bei jüngeren Menschen. 62,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen leben noch bei den Eltern, bei den 25- bis 29-Jährigen ist es noch fast ein Viertel. 56 Prozent der Haushalte mit Kindern nennen daher bereits ihren Nachwuchs als treibende Kraft, nicht nur zu sparen, sondern auch zu investieren.
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