Ein Zentrum für Frauengesundheit schlagen die Grünen in Niederösterreich vor. Doch die Landeskoalition aus ÖVP und Freiheitlichen´sieht keinen Handlungsbedarf – die Forderung wird an den Bund abgeschoben.
Frauen stellen mehr als die Hälfte der Bevölkerung – und doch sind ihre spezifischen Leiden nur ein Randthema. „Frauen haben andere Symptome als Männer bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, reagieren anders auf Medikamente“, weiß Helga Krismer. Auch bei typischen Frauen-Leiden wie Endometriose komme es noch oft zu Fehldiagnosen. Daher die Forderung der grünen Klubobfrau: „Niederösterreich braucht ein Frauengesundheitszentrum, wie es solche in anderen Bundesländern bereits gibt.“
Frauen leiden darunter, dass ihre Beschwerden oft auf psychosomatische Probleme geschoben werden. Sie werden abgeschasselt und nicht ernst genommen.

Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen im Landtag
Bild: Die Grünen NÖ
Anlaufstelle für Mediziner
In einem solchen Zentrum würde Expertise für frauenspezifische Gesundheitsfragen entwickelt. „Hier können sich Ärzte aus anderen Spitälern an Spezialisten wenden, wenn sie mit komplizierten Fällen konfrontiert sind“, so Krismer. Als mögliche Standorte schlägt sie die Universitätskliniken in St. Pölten oder Wiener Neustadt vor. Unterstützung finden der grüne Vorstoß bei Politikerinnen der Neos und der SPÖ.
Aufgabe des Bundes?
ÖVP und FPÖ haben den Antrag an den Landtag allerdings schon zuvor im Gesundheitsausschuss abgefangen. Die Landeskoalition bestätigt zwar, dass es bezüglich Frauengesundheit noch „Wissenslücken“ gibt – doch diese zu schließen wird offenbar als Aufgabe der Bundesregierung erachtet.
Kein konkreter Plan
„Was habe Frauen von Gesundheitszentren, zu denen sie weite Wege fahren müssen?“, fragt Edith Mühlberghuber (FPÖ). Freiheitliche und ÖVP wollen eine „abgestufte und möglichst wohnortnahe Versorgung von Frauen in allen Regionen“ sicherstellen. Krismer ist dabei allerdings skeptisch: „Unterm Strich wird nicht viel herauskommen.“
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