WHO beruhigt:

Shamonda-Ausbreitung bei Menschen unwahrscheinlich

Ausland
23.10.2026 14:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist es „derzeit unwahrscheinlich, dass es zu einer weiteren Ausbreitung“ des Shamonda-Virus unter Menschen kommt, nachdem in jüngster Vergangenheit die weltweit erste Übertragung des Erregers von Tier zu Mensch registriert worden ist. Wie berichtet, verstarb eine Person in Frankreich nach der Infektion mit dem Virus, welches bisher lediglich bei Tieren wie etwa Rindern und Pferden gefunden worden war.

Aufgrund verfügbarer Informationen und Kenntnisse über eng verwandte Viren handle es sich bei der Infektion in Frankreich um einen Einzelfall beim Menschen, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Freitag. Der Sprecher wies jedoch darauf hin, dass die WHO noch keine formelle Risikoeinschätzung erstellt habe. Der erste bekannte Shamonda-Patient starb nach Angaben des französischen Agrarministeriums Anfang Oktober. Er litt demnach an einer schweren Immunschwäche.

„Bei einem stark geschwächten Immunsystem ist die Abwehr von Infektionserregern erheblich beeinträchtigt“, sagte Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald. Es könne dann deutlich leichter zu einer Ansteckung und Virusvermehrung kommen. Dies sei bei der Bewertung dieses Falles von großer Bedeutung, betonte der Experte des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit.

Übertragung durch Mückenstich?
Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Infektion durch den Stich einer Gnitze – einer kleinen Stechmücke – im Osten Frankreichs verursacht wurde. Dort waren im Frühjahr und Sommer Infektionen von Tieren mit dem Shamonda-Virus gemeldet worden. WHO-Sprecher Lindmeier sagte, dass die Übertragbarkeit von Viren durch Gnitzen in den kühleren Jahreszeiten generell abnehme. Gnitzen sind nach Angaben des FLI in Mitteleuropa heimisch und allgemein von April bis November aktiv. Optimal vermehren sie sich demnach bei 25 bis 35 Grad Celsius. Für die Virusvermehrung in den Insekten sind Temperaturen von mehr als zwölf bis 15 Grad notwendig.

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