Katastrophe auf Basis
Kanada: Explosionsgefahr behinderte Löscharbeiten
Der verheerende Brand auf einem kanadischen Stützpunkt mit vier Toten und Dutzenden Verletzten ist nach Angaben des Militärs durch eine Übung mit scharfen Granaten ausgelöst worden. Weil sich die Katastrophe in einem Gefahrenbereich mit explodierender Munition befand, konnten die Feuerwehrkräfte keinen direkten Löschangriff starten.
„Das Feuer brach auf dem Schießplatz für automatische Granatwerfer aus“, sagte Brigadegeneralin Vanessa Hanrahan am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Es sei als Folge eines routinemäßigen militärischen Trainings entstanden, das zu diesem Zeitpunkt dort stattgefunden habe. Die betroffenen Soldaten bereiteten sich auf einen Einsatz in Lettland vor, der derzeit größten internationalen Militäroperation Kanadas.
Premierminister Mark Carney bezeichnete den Brand als eine der schlimmsten Tragödien in Friedenszeiten, die die kanadischen Streitkräfte jemals auf heimischem Boden erlebt haben. Das Ausmaß der Katastrophe ist auch an der hohen Opferzahl abzulesen. Neben den Toten zählte man zunächst 39 Verletzte, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Auch Tage nach dem Unglück kämpften zahlreiche Soldaten um ihr Leben: Zuletzt lagen noch 27 Betroffene im Spital, 13 davon in kritischem Zustand. Viele erlitten schwere Verbrennungen und benötigen eine langwierige, intensive Behandlung.
Explosionsgefahr erschwerte direkte Löschangriffe
Das Gelände gehört zu einem „ausgewiesenen Gefahrenbereich“, in dem strenge Sicherheitsbestimmungen gelten. Diese schränkten die Möglichkeiten der Feuerwehr ein, direkt zum Brandherd vorzudringen und die Flammen zu bekämpfen. Denn es bestand die Gefahr, dass noch nicht explodierte Granaten während des Einsatzes detonieren.
Während das Feuer zunächst offenbar unter Kontrolle schien, änderte sich die Lage durch plötzlich aufkommenden, starken Wind dramatisch: Die Flammen breiteten sich innerhalb kürzester Zeit aus und überraschten die Soldaten im Übungsgebiet. Ob die Gefahreneinschätzung und die geltenden Sicherheitsvorkehrungen ausreichend waren, soll nun untersucht werden.

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