„Schwimm zurück ...“

Rassismus-Eklat bei SPÖ-naher Schülerorganisation

Österreich
23.10.2026 10:02

Eine Funktionärin der Aktion kritischer Schüler_innen (AKS) Wien, einer SPÖ-Vorfeldorganisation, soll rassistische Nachrichten an mehrere Schülerinnen verschickt haben. Andere Schülerorganisationen zeigen sich empört, die AKS prüft die Anschuldigungen.

Erst im Sommer erschütterten Ekel-Chats und rechte Umtriebe von Vertretern der Schülerunion, wie berichtet, die Schullandschaft. Nun deckte die Plattform „Schupo“ (Schulpolitik News) die nächsten Nachrichten und Vorfälle auf, die ein schlechtes Licht auf Österreichs Schülervertreter werfen.

Konkret soll es um eine aktive Funktionärin der SPÖ-Vorfeldorganisation AKS Wien, ihres Zeichens auch in der Landesvertretung der Schüler, gehen, die einer Schülerin rassistische Nachrichten geschrieben haben soll – etwa „Schwimm zurück in dein Land“.

Diese und ähnlich Nachrichten soll eine AKS-Funktionärin einer Schülerin geschickt haben, als sie für die diesjährige Landesschülervertretung kandidierte, berichtet das Portal, das Screenshots der Chats veröffentlichte (siehe unten).

Ein Mitglied der diesjährigen Landesschülervertretung Wien im BMHS-Bereich soll wiederholt ...
Ein Mitglied der diesjährigen Landesschülervertretung Wien im BMHS-Bereich soll wiederholt rassistische Nachrichten an verschiedene Schülerinnen geschrieben haben. Einer Schülerin soll sie dabei die Nachricht „Schwimm zurück in dein Land“ geschickt haben.(Bild: schuponews.at)

In einem weiteren Chat schrieb die Funktionärin, die nun Mitglied der Landesschülervertretung im BMHS-Bereich ist, demnach: „Ja, mit dem Schiff zurück in dein Land schwimmen“ und schickte später hinter: „Stolz darauf sogar“. In einem anderen Chat soll sie sich gegen zu viele Frauen auf Wahllisten ausgesprochen haben.

Die Funktionärin verschickte die Nachricht, als sie bereits Kandidatin der AKS Wien war.
Die Funktionärin verschickte die Nachricht, als sie bereits Kandidatin der AKS Wien war.(Bild: Screenshot/schuponews.at)

„Kuss“-Nachricht regt auf
Pikante Vorwürfe gibt es auch gegen einen Wiener Schulsprecher. Der 20-Jährige, der laut „Schupo“ kein Mitglied der AKS ist, aber Veranstaltungen der SPÖ-Vorfeldorganisation besuchte, soll minderjährige Mädchen, das Jüngste erst 15, belästigt haben. Demnach schrieb er Nachrichten wie: „Wieso gibst du mir nd [gemeint ist wohl „nicht“, Anm.] direkt einen Kuss auf Wange mit Lippenstift?“ oder: „Weil wie dein Body mich gecatcht hat, ...“. 

Als eine Schülerin auf Instagram öffentlich Sexismusvorwürfe gegen den Schulsprecher erhob, soll sie ein AHS-Landesschülervertreter sie aufgefordert haben, ihre Story zu löschen. „Es darf nicht AKS draufstehen“, schrieb er demnach, denn das sei eine „fette Rufschädigung für uns“. Die Story könne sie aber „eh nochmal posten“.

AKS: „Wir dulden derartiges Verhalten nicht“
In einem Statement gegenüber „Schulpolitik News“ verurteilt die AKS Rassismus und betont, dass man derartiges Verhalten nicht dulde. „Nicht alle Personen kommen mit demselben Wissensstand in unsere Organisation und entwickeln sich im Laufe ihrer Funktion sowohl persönlich als auch inhaltlich weiter“, hieß es. Daher fänden regelmäßig Schulungen statt, wo Funktionäre und Kandidaten „sensibilisiert“ werden.

Auf Nachfrage der „Krone“ bekräftigt Nala Reiter, Bundessekretärin der AKS, dass man solche rassistischen Aussagen verurteile. Bei den veröffentlichten Nachrichten fehle allerdings der Kontext, in dem sie gefallen seien. Ersten Erkenntnissen zufolge gehe es um einen Streit zwischen zwei Freundinnen. Um das „große Bild“ festzustellen, prüfe man die Anschuldigungen noch.

Zitat Icon

Ersten Erkenntnissen zufolge geht es hier um einen Streit zwischen zwei Freundinnen. Um das große Bild festzustellen, prüfen wir die Anschuldigungen noch.

Nala Reiter, Bundessekretärin der AKS 

JUNOS „erschüttert“, Aufklärung gefordert 
Die NEOS-Schülerorganisation JUNOS zeigt sich von den Vorwürfen erschüttert und fordert Aufklärung. Insbesondere rassistische Aussagen seien mit den Grundwerten der Schülervertretung unvereinbar. Auch die steirische Schülerorganisation Progress Steiermark verurteilt „jede Form von rassistischen, sexistischen und diskriminierenden Aussagen auf Schärfste“. Die Schülerunion wollte kein Statement abgeben.

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