Bei „Tourismusforum on tour“ in Imst in Tirol sah man viele „Offizielle“, wenige Diskutanten. Das Podium sieht die Zukunft des heimischen Tourismus aber durchaus optimistisch.
Es war geballte Tourismus-Power im Haus des langjährigen Obmannes von Imst Tourismus: In den „Hirschen“ von Hannes Staggl luden das Land Tirol und die Tirol Werbung zur Diskussion. Im Rahmen des Dialogformates „Tourismusforum on tour“ stand diesmal in Imst der Wintertourismus zwischen Geschäft und Verantwortung auf dem Prüfstand.
Die „Prüfer“ sollten Bürger mit durchaus auch kritischen Fragen sein. Die Stube füllten allerdings überwiegend Touristiker, Bürgermeister, Kämmerer und sogar Schülerinnen der Landecker Tourismusschule. Dem Publikum stellten sich Tourismus-Landesrat Mario Gerber, Tirol Werbung-Chefin Karin Seiler und Moritz Nachtschatt von „Protect our Winters“ (POW), einer tourismusfreundlichen Initiative der Outdoor-Community, die sich aktiv, auch politisch, für den Klimaschutz einsetzt.
„Das Skifahren an sich ist nicht klimaschädlich“
Vor zurückhaltenden Gästen stellt sich das Podium vorerst die Frage selbst, ob der Wintersport noch leistbar ist. „Ja“, sagt Gerber, „alles wird teurer. Die Frage müsste heißen, was man sich leisten möchte.“ Allerdings bestätigt Karin Seiler, dass vor allem die Hauptzielgruppe, unsere nördlichen Nachbarn, durchaus sparwillig sind. Die Aufenthaltsdauer sei folglich kürzer geworden – und wenn dafür die Anzahl der Urlaubsreisen steigt, sei gemeinsam mit den Tagesgästen auf den Straßen dementsprechend viel los. Eine perfekte Überleitung zu jenem Thema, das (ungeplant) den Großteil des Abends beherrschte: die Mobilität. Eine Thematik, die auch einen Schwerpunkt für POW darstellt.
„Skifahren selbst ist nicht klimaschädlich, es geht also um die Anreise“, erinnert Nachtschatt. Seiler beteuert, die Anreise mit Öffis zu bewerben, wo es geht. Die momentane Infrastruktur erlaube es nur elf Prozent der Gäste, öffentlich anzureisen. Bergführer Klaus Kranebitter mahnt zum Umdenken: „Zubringerbahnen können auch als Öffis gesehen werden, weil der Gast dann nicht mit dem Auto zur Talstation fahren müsste.“
Wie sieht es 2035 aus? Über 2000 Meter werde man weiterhin Ski fahren. Ein Problem könnte es mit dem Wasser für die Beschneiung geben. Aber Tirol habe sich immer an die Gegebenheiten angepasst, deshalb sehe man die Zukunft mit viel Optimismus.
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