Ukraine-Krieg
Verletzter Soldat mit Drohne von Front gerettet
Während die ukrainischen Streitkräfte weiterhin Probleme mit dem Satelliteninternet Starlink haben, ist ihnen nun offenbar ein weltweit einzigartiger Erfolg gelungen: Ein verwundeter Soldat wurde mithilfe einer Drohne von der Front geborgen.
Die 92. Sturmbrigade veröffentlichte am Montag ein Video, in dem sich das unbemannte Fluggerät zu einem am Boden liegenden Mann in Kampfausrüstung absenkt, der sich dann an einer Winde festschnallt, bevor er hochgezogen wird. Wo die Bergung stattgefunden hatte, wurde nicht mitgeteilt. Laut der Armee war es der weltweit erste Einsatz dieser Art im Kampfgebiet.
Drohneneinheit: „Sein Leben ist nicht mehr länger in Gefahr“
„Der Einsatz war erfolgreich, die verwundete Person wurde gerettet! Er wird jetzt behandelt und sein Leben ist nicht länger in Gefahr“, erklärte die Drohneneinheit der Brigade auf der Plattform Facebook. Nach Angaben des Drohnenherstellers Gurzuf Defence war der Mann fast eineinhalb Jahre in einem gefährlichen Kampfeinsatz an der Front gewesen und konnte auf herkömmlichem Wege nicht gerettet werden. „Alle Versuche, ihn zu erreichen, hätten ein tödliches Risiko für das Bergungsteam bedeutet.“
Den Angaben zufolge brachte das Fluggerät mit mehreren Rotoren den Mann zunächst an einen sichereren Ort, „wo er auf seine Kameraden traf, die dafür sorgten, dass er ins Krankenhaus gebracht wurde“. Der Einsatz habe eine Stunde und 14 Minuten gedauert, die Drohne legte demnach mit dem Mann dabei eine Entfernung von 62 Kilometern zurück.
Selenskyj: Erneut keine Warnung vor Angriffen erhalten
Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte unterdessen erneut, dass sein Land vor russischen Angriffen auf den Energiesektor keine Vorwarnung von seinen Verbündeten erhalten habe. In der Nacht habe Russland 16 ballistische Raketen und mehr als 200 Drohnen verschiedener Typen, darunter strahlgetriebene Shahed-Drohnen, abgefeuert, teilte Selenskyj am Montag auf Telegram mit. In Kiew wurde eine U-Bahn-Station angegriffen und dabei eine Frau getötet.
US-Außenminister Marco Rubio wies die Anschuldigungen über zurückgehaltene Informationen am Montag zurück. „Es gab keine Unterbrechung“, sagte er vor Reportern in Usbekistan. Er zeigte sich von Selenskyj irritiert. Zugleich sagte er, es habe „vor einigen Nächten ein Softwareproblem“ beim ukrainischen Frühwarnsystem gegeben.
Ukrainische Luftwaffe schwächt Kritik ab
Die ukrainische Luftwaffe schwächte Selenskyjs Kritik wenig später ab. Luftwaffensprecher Jurij Ihnat erklärte im örtlichen Nachrichtenfernsehen, dass in der Nacht keine rechtzeitige Warnung vor der ersten Welle ballistischer Raketen erfolgt sei. Demnach gab es jedoch vor der zweiten Angriffswelle eine Information von den Verbündeten. Dies sei bereits mehrfach der Fall gewesen. Zur möglichen Ursache machte Ihnat keine Angaben.

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