Satte 93 Millionen Euro will die Regierung dem ORF jährlich streichen. Der Staatsfunk geht dagegen rechtlich vor – schnallt den Gürtel jedoch vorsichtshalber schon selbst etwas enger: Bis 2027 könnten laut Informationen der „Krone“ bis zu 30 Millionen eingespart werden.
Am Donnerstag wird es ernst am Küniglberg. Im ORF-Zentrum tagen ein Sonderfinanz-Ausschuss und der Vergütungsausschuss, in dem die im Sommer neu bestimmten Direktoren dann erstmalig erfahren werden, wie viel sie für ihre Jobs eigentlich bekommen werden. Es geht ums große Geld, um die Sparpläne bis inklusive des Jahres 2028, um die Umverteilung wichtiger Aufgaben und um eine weitaus kürzere Gagenkaiser-Liste. „Die Schicksalsjahre des ORF beginnen jedenfalls noch heuer“, meint der Stiftungsratschef Heinz Lederer dazu auf Anfrage der „Krone“.
Die Sparpläne: Bekanntlich geht der ORF gegen die von der Regierung auferlegten Kürzungen von 93 Millionen Euro pro Jahr rechtlich vor. Während sich der Verfassungsgerichtshof der Sache annimmt, entwickelt man hausintern aber selbst schon eigene Sparpläne. Laut „Krone“-Informationen sollen bis inklusive 2027 zwischen 20 und 30 Millionen eingespart werden. Lederer wollte das weder dementieren noch bestätigen, stellt aber klar: „Natürlich wird Einsparungen geben. Ich gehe auch davon aus, dass die Geschäftsführung hier bereits im sozialpartnerschaftlichen Austausch ist“.
Quoten für Erfolg: Genau hingesehen werden dürfte künftig jedenfalls vor allem bei den Vielverdienern. Im Vergütungsausschuss soll geklärt werden, ob die Verträge des neuen Generaldirektors Clemens Pig und jene der 13 Direktoren künftig mit bis zu 30 Prozent des Salärs an Erfolgsquoten geknüpft werden. Zur Erinnerung: Ex-General Roland Weißmann verdiente stolze 427.500 Euro pro Jahr. Pig dürfte mehr als 400.000 Euro, seine Direktoren zwischen 240.000 und 300.000 Euro verdienen.
Mehrarbeit für Mehrverdiener: Generell dürfte in Zukunft gelten, dass Mehrverdiener mehr leisten werden müssen. Aus dem Umfeld des Stiftungsrats ist zu hören, dass die Aufgabenbereiche der Landesdirektoren, wie auch jene der Spitzenverdiener in Wien ausgeweitet werden sollen.
Pauschalen purzeln: Verkleinern soll sich dem Vernehmen nach auch die Gagenkaiser-Liste. 70 Personen im ORF verdienten zuletzt ja mehr als 170.000 Euro. Nächstes Jahr sollen es nur mehr 60 sein. Dabei könnte auch in bestehende Verträge eingegriffen und die ein, oder andere Pauschale der ORF-Sternchen gestrichen werden. N. Frings
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