Selenskyj legt nach:

Starlink-Probleme sind „eine geplante Operation“

Außenpolitik
18.10.2026 12:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink funktioniert nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt. Der Staatschef, der sich von den USA im Krieg gegen Russland zunehmend verraten fühlt, sieht darin eine „geplante Operation“.

Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, sagte der Präsident. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen. Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, beklagte Selenskyj am Sonntag.

(Bild: AP/Geert Vanden Wijngaert)

In einer Phase eskalierender russischer Luftangriffe registriert das ukrainische Militär seit Mitte der Woche diese Geschwindigkeitsbegrenzung. Starlink gehört zum Firmenreich von Elon Musk, die militärisch genutzte Sonderfunktion Starshield wird nach Musks Angaben aber vom Pentagon kontrolliert. Aussagen von Musk und aus dem Weißen Haus gaben kein klares Bild des Vorgangs.

Selenskyj: „Wir verfügen über entsprechende Beweise“
Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kiew unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung. Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. „Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise“, sagte Selenskyj. Wie aussagekräftig solche Tests sind, ist aber schwer abzuschätzen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sucht die Nähe zu seinen europäischen Verbündeten ...
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sucht die Nähe zu seinen europäischen Verbündeten (im Bild Polens Premier Donald Tusk und Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar).(Bild: EPA/OLIVIER HOSLET)

Trotz der Probleme mit dem Satelliten-Internet konnte das ukrainische Militär erfolgreiche Schläge gegen russische Ziele durchführen. In Sankt Petersburg wurde eine Person getötet und fünf weitere Personen verletzt, teilte Gouverneur Beglow mit. Demnach brachen am Ölterminal von Sankt Petersburg, einem Öllager und in Industriehallen Brände aus. Der russische Online-Händler Ozon teilte mit, dass sein Logistikzentrum in der Stadt brenne. Das Internetunternehmen VK erklärte, sein Rechenzentrum in der Region Leningrad sei von Drohnen angegriffen worden, der Betrieb laufe jedoch normal weiter. VK betreibt ein in Russland beliebtes soziales Netzwerk.

Rubio weist Selenskyjs Vorwurf zurück
US-Außenminister Marco Rubio wies erneut eine absichtliche Drosselung des Satelliteninternets zurück. „Niemand im Weißen Haus hat irgendjemanden angewiesen, das Internet zu drosseln oder die Übertragungsgeschwindigkeiten zu verringern, damit bestimmte Drohnen es nicht nutzen können“, sagte US-Außenminister Marco Rubio Journalisten vor seiner Abreise nach Usbekistan. Was die Probleme verursacht haben könnte, ließ er offen.

„Es ist einfach so passiert“, führte er aus. Der Starlink-Zugang sei zudem wiederhergestellt. Rubio bestätigte, dass Kiew das Satelliteninternet für Drohnenflüge verwendet. Der US-Chefdiplomat verneinte dabei, dass die Ukraine Zugriff auf das militärische Internetsystem Starshield habe. Bei Starlink handle es sich um ein kommerzielles, bei Starshield um ein militärisches Produkt, sagte Rubio. „Starshield ist ein Vertrag mit dem US-Militär. Das hat nichts mit der Ukraine zu tun“, sagte Rubio. Kiew habe keinen Zugriff. „Sie (die Ukrainer) haben um Zugang dazu gebeten, um Angriffe tief im russischen Staatsgebiet durchführen zu können“, erklärte er. Starlink und Starshield seien verschiedene Systeme.

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