Krieg gegen Russland

Politologe sieht „dunkelsten Moment“ für Ukrainer

Außenpolitik
17.10.2026 14:23
Porträt von krone.at
Von krone.at

Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeweitet. In der Nacht auf Samstag sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr als 15 Energieanlagen getroffen worden. Gleichzeitig stärkt US-Präsident Donald Trump mit dem Stopp eines neuen US-Sanktionspakets Russland den Rücken. Geopolitikexperte Klemens Fischer betrachtet die jüngste Entwicklung des Krieges als „dunkelsten Moment für die Ukrainer“.

Trump habe die Ukraine von Anfang an nicht so unterstützt, wie es die westlichen Staaten gerne gehabt hätten. Nun verhalte er sich aber noch radikaler. „Er will die Midterms rasch doch noch versuchen umzudrehen zu seinen Gunsten und da benötigt er einen Feind, wenn die Dieselpreise und die Benzinpreise steigen an amerikanischen Zapfsäulen“, sagte Fischer am Samstag gegenüber dem Deutschlandfunk mit Blick auf die Zwischenwahlen am 3. November und die hohen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs, den Trump mit Israel begonnen hatte.

US-Präsident Donald Trump will seinen ukrainischen Amtskollegen loswerden und nähert sich Moskau ...
US-Präsident Donald Trump will seinen ukrainischen Amtskollegen loswerden und nähert sich Moskau noch weiter an. Zugleich haben die Ukrainer Probleme mit dem US-Satellitenkommunikationssystem Starlink. Bloß ein Zufall?(Bild: AFP/MANDEL NGAN)

Als „Urzelle für die Antipathie“ für Selenskyj sieht der Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln die Weigerung des ukrainischen Staatschefs, Trump im Jahr 2019 Beweise für angeblich fragwürdige Geschäfte von Joe Bidens Sohn Hunter in der Ukrainer zu liefern. 

„Ohne US-Daten können sie nicht leben“
Selbst wenn sich Trump der Ukraine nach den Kogress-Zwischenwahlen im November wieder zuwenden würde, könnten die kommenden Wochen langfristigen Schaden anrichten, warnte Fischer. Die Ukraine sei bei der Luftabwehr nahezu zu 100 Prozent von den USA abhängig. „Auch im Angriffsbereich in der Tiefe des russischen Raums können sie ohne amerikanische Daten nicht leben“, erklärte der Experte.

Zur Debatte über die Drosselung des US-Satelliteninternets Starlink merkte der Politikwissenschaftler an: „Wenn wirklich die Amerikaner in den nächsten zwei, drei Wochen Starshield (militärischer Teil von Starlink, Anm.) herunterfahren und die Ukraine sich daher weniger wehren kann, kann das zu Schäden in der ukrainischen Verteidigung führen, die nicht mehr so wettgemacht werden können.“

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