Russland hat seine Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeweitet. In der Nacht auf Samstag sind laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr als 15 Energieanlagen getroffen worden. Gleichzeitig stärkt US-Präsident Donald Trump mit dem Stopp eines neuen US-Sanktionspakets Russland den Rücken. Geopolitikexperte Klemens Fischer betrachtet die jüngste Entwicklung des Krieges als „dunkelsten Moment für die Ukrainer“.
Trump habe die Ukraine von Anfang an nicht so unterstützt, wie es die westlichen Staaten gerne gehabt hätten. Nun verhalte er sich aber noch radikaler. „Er will die Midterms rasch doch noch versuchen umzudrehen zu seinen Gunsten und da benötigt er einen Feind, wenn die Dieselpreise und die Benzinpreise steigen an amerikanischen Zapfsäulen“, sagte Fischer am Samstag gegenüber dem Deutschlandfunk mit Blick auf die Zwischenwahlen am 3. November und die hohen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs, den Trump mit Israel begonnen hatte.
Als „Urzelle für die Antipathie“ für Selenskyj sieht der Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität Köln die Weigerung des ukrainischen Staatschefs, Trump im Jahr 2019 Beweise für angeblich fragwürdige Geschäfte von Joe Bidens Sohn Hunter in der Ukrainer zu liefern.
„Ohne US-Daten können sie nicht leben“
Selbst wenn sich Trump der Ukraine nach den Kogress-Zwischenwahlen im November wieder zuwenden würde, könnten die kommenden Wochen langfristigen Schaden anrichten, warnte Fischer. Die Ukraine sei bei der Luftabwehr nahezu zu 100 Prozent von den USA abhängig. „Auch im Angriffsbereich in der Tiefe des russischen Raums können sie ohne amerikanische Daten nicht leben“, erklärte der Experte.
Zur Debatte über die Drosselung des US-Satelliteninternets Starlink merkte der Politikwissenschaftler an: „Wenn wirklich die Amerikaner in den nächsten zwei, drei Wochen Starshield (militärischer Teil von Starlink, Anm.) herunterfahren und die Ukraine sich daher weniger wehren kann, kann das zu Schäden in der ukrainischen Verteidigung führen, die nicht mehr so wettgemacht werden können.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.