Wieder musste eine Wanderin ihr Leben im obersteirischen Hochschwabgebiet lassen. Experten von Alpinpolizei und Bergrettung erklären, warum er dennoch keine besondere Gefahr darstellt.
Bereits vier Todesopfer mussten dieses Jahr im obersteirischen Hochschwabgebiet geborgen werden: Im Mai verunglückte ein 40-jähriger Extremsportler mit einem Wingsuit, im August stürzte ein 20-jähriger Bergsteiger in den Tod und im September verunglückte eine 68-jährige Wanderin. Am Donnerstag forderte der Berg nun ein weiteres Leben. Eine 62-jährige Wanderin dürfte mehr als 300 Meter abgestützt und ihren Verletzungen erlegen sein – wir haben berichtet. Aber was macht den Berg so gefährlich?
„Der Hochschwab ist nicht gefährlicher als andere Berge. Es handelt sich um tragische Unfälle, die sich durch Zufall alle hier zugetragen haben“, sagt Gerhard Rieglthalner von der Alpinpolizei Hochsteiermark. Das Gefühl, das Massiv sei besonders gefährlich, entstehe aktuell nur aufgrund der medialen Präsenz des Gebiets, die sich eben durch besagte Unfälle ergibt.

Viele Menschen steigern das Unfallpotenzial
Generell steche der Hochschwab in der Einsatzstatistik nicht heraus: „In den letzten zwei bis drei Jahren hatten wir dort sogar eher weniger Einsätze, heuer sind es wieder mehr. Das hängt aber auch damit zusammen, dass der Berg sehr beliebt ist und viele Menschen unterwegs sind“, erklärt Rieglthalner.
Der Hochschwab ist nicht gefährlicher als andere Berge. Die tragischen Unfälle hängen nicht miteinander zusammen, es ist ein Zufall, dass sie so passiert sind.

Gerhard Rieglthalner, Alpinpolizei Hochsteiermark
Bild: Christian Jauschowetz
Ähnlich sieht das auch Stefan Schröck, Landesleiter der Bergrettung Steiermark: „Der Hochschwab ist ein tolles Wandergebiet, aber eben auch sehr alpin. Es ist wirklich ein großes Pech, dass es hier heuer schon drei tote Wanderer gab.“ Wichtig ist es dem Bergretter zu betonen: „Die Unfälle waren lokal unterschiedlich. Es gibt keine spezielle Stelle, die schuld an den Vorfällen ist.“
Die Alpinisten sind sich einig: „Wo viele Menschen unterwegs sind, dort steigt auch einfach das Unfallpotenzial.“ Eine richtige Vorbereitung und eine entsprechende Ausrüstung ist laut Experten aber für jede alpine Wanderung unbedingt notwendig.
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