Große Premiere

„ONDAS“: Eine Drama-Serie, die alles anders macht!

Kärnten
14.10.2026 21:03

Netflix war gestern, jetzt kommt Crazy Monkey! Im Villi Kino in Pörtschach feierte Mittwochabend die 14-teilige Drama-Serie „ONDAS“ ihre Premiere. Das Besondere: Die professionell produzierte Serie wurde ausschließlich im Hochformat gedreht – und ist damit nicht fürs Kino und Fernsehen, sondern für Instagram und TikTok gemacht. Ein österreichisches Pilotprojekt, das auch die Tourismuswerbung revolutionieren könnte.

Eine Dramaserie über das bekannte Kärntner Hotelunternehmen „Der Daberer“ in St. Daniel im Gailtal, gedreht im Hochformat und mit jeder Menge Emotionen, Konflikten sowie überraschenden Wendungen. Was zunächst nach einem verrückten Experiment klingt, sorgte bei der Kinopremiere in Pörtschach für Begeisterung.

Hinter dem ungewöhnlichen Projekt steckt der junge Kreativdirektor Lukas Ertl, Sohn des bekannten Gailtaler Edelgreißlers Herwig Ertl. Gemeinsam mit seinem Crazy-Monkey-Team, einer Wiener Marketingagentur, wollte er eine neue Form des Geschichtenerzählens ausprobieren.

„Warum kann man eine Serie nicht so erzählen, wie sie auf Netflix läuft, aber für Menschen produzieren, die auf TikTok und Instagram unterwegs sind?“, so Lukas Ertl kurz vor der Premiere zur „Krone“.

Die Antwort heißt „ONDAS“: 14 Episoden mit jeweils rund drei Minuten Spielzeit. Professionell inszeniert, temporeich erzählt und mit dem Anspruch, dass die Zuschauer nach der ersten Folge unbedingt wissen wollen, wie es weitergeht. 15 Drehtage investierte das Team in die Produktion.

Zahlreiche Touristiker, Bekannte und Freunde waren Mittwochabend zur Premiere von ONDAS ins Kino ...
Zahlreiche Touristiker, Bekannte und Freunde waren Mittwochabend zur Premiere von ONDAS ins Kino nach Pörtschach gekommen.(Bild: Hannes Wallner)

Eine Hotelchefin als Inspiration
Die Geschichte spielt im Umfeld der bekannten Hotelunternehmerin Marianne Daberer. Drehbuchautorin und Regisseurin Mareike Färber beobachtete dafür die Unternehmerin und ihre Mitarbeiter im Arbeitsalltag. Aus diesen Eindrücken entwickelte sie eine fiktive Handlung über Erwartungen, Generationenkonflikte, Veränderungen und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Marianne Daberer selbst wusste übrigens nicht, was genau auf sie zukommen würde. „Ich war in das Drehbuch überhaupt nicht involviert. Man muss kreative Menschen auch manchmal einfach arbeiten lassen“, erzählt sie schmunzelnd. Das Ergebnis überzeugte sie: „Ich will mehr!“

Tourismuswerbung ohne Postkartenidylle
Mit an Bord ist auch die Tourismusregion Nassfeld-Pressegger See, Lesachtal und Weissensee (NLW). Geschäftsführer Roland Sint sieht in der Produktion eine willkommene Abwechslung zur klassischen Tourismuswerbung. Statt immer nur blauen Himmel, Sonnenschein und schöne Landschaften zu zeigen, gehe es darum, mit Geschichten Emotionen auszulösen.

Für Marianne Daberer steckt hinter dem Projekt noch eine weitere Botschaft: „Das haben wir noch nie so gemacht“ sei ein Satz, der viel zu oft gute Ideen verhindere. Dabei müsse nicht alles auf Anhieb funktionieren. Entscheidend sei, überhaupt den Mut zu haben, etwas Neues auszuprobieren.

Gehen mutig neue Wege im Tourismusmarketing: NLW-Geschäftsführer Roland Sint mit der engagierten ...
Gehen mutig neue Wege im Tourismusmarketing: NLW-Geschäftsführer Roland Sint mit der engagierten und kreativen Hotelunternehmerin Marianne Daberer.(Bild: Hannes Wallner)

Der nächste große Trend?
In Asien sind sogenannte „Micro Dramas“ längst ein boomendes Geschäft. Die kurzen, speziell fürs Smartphone produzierten Serien erreichen ein Millionenpublikum. Auch internationale Streaminganbieter beschäftigen sich zunehmend mit vertikalen Videoformaten.

Lukas Ertl ist überzeugt, dass diese Entwicklung auch Europa verändern wird. Künftig könnten nicht nur Filmstudios, sondern ebenso Hotels, Tourismusregionen und Unternehmen ihre eigenen Serien produzieren. Mit „ONDAS“, das die Macher als erstes Micro Drama im österreichischen Tourismus bezeichnen, wollen sie zeigen, wie das funktionieren kann.

Ab Freitag läuft „ONDAS“ auf Social Media
Für die zahlreichen Premierengäste in Pörtschach war es eine besondere Vorstellung: Die Kinoleinwand dürfte nämlich der einzige Ort bleiben, an dem „ONDAS“ in dieser Größe gezeigt wird. Ab Freitag, dem 16. Oktober, wandert die Serie dorthin, wofür sie geschaffen wurde – aufs Smartphone.

Und vielleicht ist genau das die Zukunft des Serienformats: Statt eine Stunde auf der Couch zu sitzen, gibt es die nächste Folge eben unterwegs in der U-Bahn. Hochkant statt Breitwand. Crazy Monkey eben.

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