„Ahnungslose“ FPÖ. Es sind sehr direkte Ansagen, die Finanzminister Markus Marterbauer in seinen ersten Interviews als voraussichtlicher Vizekanzler ab Jahreswechsel und möglicherweise neuer SPÖ-Chef ab Frühjahr 2027 gestern machte – in manchen Punkten. Etwa, wenn es um Gerhard Zeiler geht, den erfolgreichen Medienmanager, der mit seiner Bewerbung um die SPÖ-Spitze in der Partei eine Dynamik auslöste, die dem hochgradig umstrittenen Parteichef Andreas Babler ein Ablaufdatum bescherte. Auf die „Krone“-Frage, ob er sich Zeiler als neuen Medienminister vorstellen könne antwortet Marterbauer geradeheraus: „Das Kapitel Zeiler ist in der SPÖ abgeschlossen.“ Noch direkter wird der Erz-Rote, wenn es um die Blauen geht. Wenn Kickl Kanzler wäre, dann würde Chaos drohen, malt Marterbauer den Teufel an die Wand. Denn die FPÖ sei unterwandert von extremistischen Kräften, die keine Ahnung vom Budget hätten. Daher sagt der künftige Vizekanzler kategorisch: „Sie dürfen niemals an die Regierung kommen.“ Ob er das verhindern kann?
Marterbauer in den Bergen. Marterbauer gibt auf die „Krone“-Frage, ob ihn seine Frau wegen der Übernahme der Vizekanzlerei für verrückt erklärt habe, zu: „In diesen Worten nicht, aber inhaltlich in die Richtung. Sie ist nicht gerade erfreut.“ Ob er auch den SPÖ-Parteichef übernimmt? Da will er sich nicht festlegen. Genauso wie bei der Frage, ob Andreas Babler Minister bleibe. Das werde er dann entscheiden, wenn er Vizekanzler sei. Dafür spricht er offen über seine Kappen – er habe zwei, die habe seine Frau ausgesucht, mittlerweile seien sie schon zu seinem Markenzeichen geworden. Bemerkenswert die Antwort, wo er sich 2030 – also ein Jahr nach der planmäßigen nächsten Nationalratswahl sieht: „Auf vielen Bergen und im Wald und Bücher lesend.“ Schau schau. Also nicht SPÖ-Spitzenkandidat bei der Wahl? Oder doch – aber im Bewusstsein, dass die SPÖ diese Wahlen verliert? Wir werden ja sehen!
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