Der Gmundner Gemeinderat kam den Investoren des Seeviertels entgegen und segnete die Änderungswünsche ab. Dennoch gibt es am Traunsee Zweifel an der Umsetzung. Projektwerber Soravia ist von der Realisierung des 170-Millionen-Euro-Projekts felsenfest überzeugt.
Mut und Beharrlichkeit haben sich ausgezahlt. Nach jahrelangen Planungen und Verzögerungen kann eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte Gmundens vorangetrieben werden.“ Sichtlich erleichtert atmete VP-Bürgermeister Stefan Krapf nach dem Sondergemeinderat für das Seeviertel auf. Wie berichtet, haben VP und FP den Änderungswünschen von Soravia zugestimmt. SP, Grüne, Neos und die Liste WIA stimmten dagegen.
Riesengewinn für Stadt?
Für Krapf ist das Projekt ein Riesengewinn: „Jährlich werden rund 150.000 Euro an Tourismusabgaben, 200.000 Euro an Wasser- und Kanalgebühren, 120.000 Euro an Kommunalsteuer sowie 185.000 Euro an Baurechtszins erwartet. Durch Hotelgäste und Bewohner soll eine zusätzliche Kaufkraft von rund 2,5 Millionen Euro entstehen“, rechnet Krapf vor.
Die Seepromenade bleibt dauerhaft öffentlich zugänglich und wird durch das Projekt deutlich aufgewertet.
Stellungnahme der Soravia-Group
Noch viel höher sind die Investitionskosten, die Soravia als Projektwerber stemmen muss. Der Bau des Seeviertels mit 90 Wohnungen und einem Vier-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern kostet rund 170 Millionen Euro. Die Zweifel an der Umsetzung sind laut Soravia dennoch nicht begründet: „Alle für den Baubeginn erforderlichen Genehmigungen sind rechtskräftig. Nach Abschluss der Verträge in den kommenden Tagen werden wir mit der Vermarktung beginnen und die Planung adaptieren. Der Baustart wird im Mai oder Juni 2027 stattfinden. Die Fertigstellung des Hotels ist für 2030 geplant“, stellt der Immobilien-Konzern gegenüber der „Krone“ klar.
Dabei sei Marriott als Hotelmarke und Franchisegeber vorgesehen. Welche Betriebe Hand anlegen werden, stehe noch nicht fest: „Wir arbeiten bereits mit Planern und Handwerksbetrieben aus der Region zusammen. Unser internationales Partnernetzwerk ergänzt diese Zusammenarbeit. Bei der Vergabe entscheiden Qualität, Kapazitäten und Wirtschaftlichkeit. Deshalb können wir keine ausschließlich regionale Vergabe zusagen.“ Klar sei für Soravia hingegen, dass die Seepromenade offen und dauerhaft öffentlich zugänglich bleiben werde: „Die Seepromenade wird durch das Projekt deutlich aufgewertet. Eine neue öffentliche Verbindung führt von der Schiffslände zum Park am Seebahnhof. Das bisher abgeschlossene Bahnhofs- und Hotelareal wird damit geöffnet und erhält zusätzliche Wege und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bevölkerung und Gäste.“
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