Vertagung gefordert

Gemeinderat gibt grünes Licht für das Seeviertel

Oberösterreich
13.10.2026 19:17

Bei einer denkwürdigen Sitzung des Gmundner Gemeinderates wurde den Änderungswünschen der Projektwerber für das Seevierte zugestimmt. Die VP und FP stimmten geschlossen dafür, allerdings blieben einige VP-Politiker der Sitzung fern. Es lag auch eine Vertagung der Abstimmung in der Luft.

Für die Errichtung des Seeviertels in Gmunden hat der Gemeinderat ein weiteres Mal grünes Licht gegeben. Wie berichtet, hat die Soravia-Gruppe vor einem halben Jahr um eine Abänderung der Baurechts- und Raumordnungspläne angesucht. Nun gibt es eine politische Mehrheit dafür. VP und FP stimmten unter anderem für die Anhebung der Zweitwohnsitzquote von 25 auf 75 Prozent. SP, Grüne, Neos und die Liste WIA lehnten die Forderungen ab.

VP-Stadtvize fehlte
Der Sondergemeinderat wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Eine Reihe von VP-Politikern blieb der Sitzung fern. So fehlte etwa Stadtvize Wolfgang Schlair, der Gerüchten zu Folge von der Fraktion ausgeladen wurde. Er soll sich wie die übrigen fehlenden Parteikollegen gegenüber den Änderungswünschen von Soravia ablehnend gezeigt haben. VP-Bürgermeister Stefan Krapf stellte aber klar: „Das Projekt ist alternativlos. Wir warten 30 Jahre auf ein Hotel, ständig ist es am Wort ,Aber’ gescheitert.“

Unterlagen kurz vor Sitzung erhalten
Um ein Haar hätte sich die Entscheidung wieder verzögert. Die Grünen forderten eine Vertagung, weil Unterlagen erst wenige Stunden vor dem Gemeinderat zur Verfügung gestellt wurden. Vizebürgermeisterin Ulrike Feichtinger war sauer: „Wir geben die Planungssicherheit aus der Hand. Plötzlich darf das Baurecht verkauft werden.“

WIA-Gemeinderat Phillip Wiatschka ortete ein „Durchpeitschen“ des Projekts: „Ich bin sprachlos und entsetzt, wie fahrlässig wir vorgehen.“ FP-Fraktionschefin Dina Fritz rief zur Sachlichkeit auf: „Es wird das Schreckgespenst eines Automatenhotels heraufbeschworen. Dabei verpflichten sich die Projektwerber vertraglich, ein Vier-Stern-Hotel zu errichten. Es müssen Rezeptionszeiten von 14 bis 16 Stunden täglich, eingehalten werden. 

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