Wenn es schnell gehen muss, greifen viele zu Fertiggerichten. Die AK Oberösterreich hat neun Pasta-Bolognese-Produkte aus dem Kühlregal bezüglich des Geschmacks, der Konsistenz, des Kaloriengehalts und des Nutri-Scores sowie ihrer Abweichungen von der Originalrezeptur näher unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist im besten Fall mittelmäßig.
Schon die Packungsmengen unterscheiden sich deutlich – von kleinen Portionen ab 330 Gramm bis hin zu sogenannten XXL-Packungen mit bis zu 460 Gramm. Daneben fand sich auch noch eine 1000 Gramm schwere Großpackung, welche für etwa 2,5 Portionen ausgelegt ist. Entsprechend unterschiedlich fällt auch der Energiegehalt aus. Je nach Produkt liefern die Fertigmahlzeiten mit 314 bis 580 kcal rund 16 bis 29 Prozent des täglichen Energiebedarfs eines Erwachsenen.
Neben der Energiebilanz spielt auch das Nährstoffprofil eine Rolle. Eine grobe Orientierung hierfür bietet der fünfstufige Nutri-Score. Entsprechend diesem liefern vier Produkte mit der Bewertung B eine vergleichsweise günstige Nährstoffzusammensetzung, während die übrigen fünf mit einem Wert von C im mittleren Bereich liegen.
Schweinegelantine und Verdickungsmittel
Das traditionelle „Ragù alla Bolognese“ basiert auf Rinder- oder gemischtem Faschierten. Dazu kommen Gemüse, Pancetta, Olivenöl, Wein und Tomaten sowie viel Zeit zum langsamen Einkochen. Das Ergebnis ist eine kräftige, sämige Sauce - ganz ohne Zusatzstoffe. Doch damit haben die industriellen Saucen nur wenig gemein. Pancetta, Brühe, Wein und auch natives Olivenöl fehlen gänzlich. Dafür wird in Sachen Sämigkeit ordentlich nachgeholfen. Während Mehl beim traditionellen Ragù als Bindemittel sogar als ausdrücklich unerwünscht gilt, kommen in den Fertigsaucen neben Mehl noch verschiedene Stärkearten sowie Schweinegelatine oder das Verdickungsmittel Xanthan zum Einsatz.
Zucker, Dextrose, Maltodextrin und Aromen
Darüber hinaus zeigen sich auch diverse Unterschiede bei der Würzung. Während im Original sparsam gewürzt wird, setzen die industriellen Produkte deutlich stärker auf Kräuter, Gewürze und Gewürzextrakte. Hinzu kommen Zucker, Dextrose oder Maltodextrin sowie in drei Fällen auch Aromen. Vereinzelt finden sich dann noch weitere von der klassischen Rezeptur abweichende Zutaten wie Shiitakepilze, Hühnerfleischextrakt, Apfelessig oder Zitronensaft. Zusatzstoffe wie Säuerungs- oder Konservierungsmittel finden sich in vier Erzeugnissen. Besonders bemerkenswert: Bei einem Produkt findet sich laut Zutatenliste sogar in den Nudeln ein Verdickungsmittel sowie ein Konservierungsstoff.
Beim Fleisch halten sich die meisten Hersteller an das Original. Lediglich ein Produkt enthält ausschließlich Schweinefleisch und entspricht somit auch hier nicht der klassischen Zubereitungsweise. Bei der Fleischherkunft wiederum setzen fünf Produzenten auf österreichische Qualität, während jeweils ein Hersteller Fleisch aus Deutschland bzw. der EU verwendet. Bei zwei Produkten gab es keine Angaben dazu.
Großteils waren Nudeln breiig
Typisch für Spaghetti Bolognese ist das Zusammenspiel bissfester Nudeln mit einer fruchtig-würzigen, sämigen Fleisch-Tomatensauce. Diesen Erwartungen wurden die Fertigprodukte kaum gerecht. Bei keinem Produkt waren die Nudeln wie gewünscht al dente, sondern bei mehr als der Hälfte vielmehr breiig und zerfallend. Bei einem Drittel war die Saucenmenge knapp bemessen oder die Bolognese insgesamt wenig würzig. In einem Fall gab es auch Kritik an der Zubereitungsempfehlung. Trotz ordnungsgemäßer Befolgung der Anleitung war das Produkt nach dem Erwärmen in der Mikrowelle nur mäßig warm.
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