Wiener Hermesvilla

Blick hinter die Kulissen von „Sisis Traumschloss“

Wien
14.10.2026 14:00

Die Hermesvilla unterbricht ihren Winterschlaf für ein außerordentliches Angebot: Die alljährlichen „Tage der Restaurierung“ des Wien Museums finden heuer im „Schloss der Träume“ von Kaiserin Elisabeth statt. Sonst verschlossene Räume sind ausnahmsweise zu besichtigen.

Fast alle Außenstellen des Wien Museums sind seit Anfang Oktober in ihrer siebenmonatigen Winterpause. In vielen davon herrscht gerade deshalb rege Betriebsamkeit: Wenn Sehenswürdigkeiten für Besucher gesperrt sind, ist das die beste Zeit für Restaurierungen – so auch in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten. Genau deshalb gibt es am Freitag und Samstag, dem 16. und 17. Oktober, eine spezielle Ausnahme von der Winterpause.

Geöffnete Türen vom Keller bis zum Dachboden
Jedes Jahr richtet das Wien Museum bei den „Tagen der Restaurierung“ das Scheinwerferlicht auf jene, die sonst im Verborgenen wirken: Restauratoren, Kunstgeschichtler und andere Experten, die Wiens Erbe bewahren und manchmal überhaupt erst rekonstruieren müssen – wie auch nun bei der Hermesvilla. Dort wird aktuell etwa an den Wandgestaltungen gearbeitet. Das klingt nur so lange mäßig spannend, bis man herausfindet, wie viel davon „fake“ ist: Marmor, der kein Marmor ist, und auch Holz, das kein Holz ist.

Was ist echt und was nur schöner Schein? Die Experten klären auf.
Was ist echt und was nur schöner Schein? Die Experten klären auf.(Bild: LISA RASTL)

Es wird jedoch an allen Ecken und Enden des Jagdschlosses gewerkt, das Kaiser Franz Joseph sich als Alterssitz für sich und seine Sisi vorgestellt hatte. Das betrifft auch jene Gebäudeteile, die nie für Publikum geöffnet werden, etwa Dienstbotengänge, der Keller und der Dachboden. Bei Führungen zu speziellen Themen können sich Gäste an die Fersen der Spezialisten heften.

Zu sehen sind dabei etwa auch die Räume von Marie Valerie, Sisis jüngstem Kind. Was die wenigsten wissen: Sie war die letzte Hausherrin und lebte jahrelang mit ihrer Familie dort, bevor Villa und Park zuerst in kaiserliches, dann staatliches und schließlich städtisches Eigentum übergingen. Die Kaiserin hatte ihrer Tochter die Hermesvilla dezidiert testamentarisch vermacht – und Franz Joseph lediglich ein lebenslanges Wohnrecht zugestanden.

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