Drei tödliche Unfälle seit Mitte August im selben Baustellenbereich – die tragische Serie auf der Tiroler Inntalautobahn bei Silz/Mötz erschüttert. Auch die Asfinag zeigte sich nach dem jüngsten Crash am Dienstag „zutiefst betroffen“. Gleichzeitig wird betont, dass die Baustelle „den höchsten Sicherheitsstandards entspricht.“ Zur Tagesordnung wolle man aber trotzdem nicht übergehen ...
18. August, 7.20 Uhr: Eine 33-jährige Einheimische war mit ihrem Pkw auf der A12 vom Oberland kommend in Richtung Innsbruck unterwegs. Bei Silz/Mötz geriet die Frau im einspurigen Baustellenbereich mit Gegenverkehr plötzlich auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit einem Kleintransporter.
Sie hatte keine Überlebenschance und starb noch am Unfallort. Mit ihr in den Tod gerissen wurde das ungeborene Kind. Die 33-Jährige war schwanger.
Knapp ein Monat später, in der Nacht auf den 22. September, das nächste Unglück im Bereich dieser Baustelle. Ein Autolenker geriet gegen 3.15 Uhr ebenfalls auf die Gegenfahrbahn und krachte gegen einen just in diesem Moment entgegenkommenden Lkw. Auch für den Mann kam leider jede Hilfe zu spät. Die Einsatzkräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.
Am späten Dienstagnachmittag dann der dritte tödliche Crash. Ein Lkw rammte im Baustellenbereich ein Auto und drückte dieses gegen die Lärmschutzwand. Der 36-jährige Pkw-Lenker konnte von den Rettungskräften nur noch tot aus dem Wrack geborgen werden.
Baustelle wurde bereits mehrfach überprüft
Drei tödliche Unfälle in zwei Monaten. Wie kann das nur passieren? „Wir sind zutiefst erschüttert. Jeder Unfall ist einer zu viel, insbesondere wenn Menschen dabei ihr Leben verlieren“, so die Asfinag gegenüber der „Krone“.
Es hat sich gezeigt, dass die Baustelle den höchsten Sicherheitsstandards entspricht und alle behördlichen Auflagen vollständig und korrekt umgesetzt wurden.
Die Asfinag zur „Krone“
Unmittelbar nach den ersten Vorfällen seien sämtliche sicherheitsrelevanten Einrichtungen, Vorgaben und Rahmenbedingungen auf der Baustelle mehrfach überprüft worden. „Dabei hat sich gezeigt, dass die Baustelle den höchsten Sicherheitsstandards entspricht und alle behördlichen Auflagen vollständig und korrekt umgesetzt wurden“, so der Autobahnbetreiber weiter.
Es hätte sogar ein zusätzlicher Lokalaugenschein nach dem zweiten tragischen Unfall mit Behörden, Polizei und Experten vor Ort stattgefunden. „Dabei konnte keine außergewöhnliche Gefahrenstelle oder ein etwaiger Handlungsbedarf erkannt werden. Somit ist diese Baustelle die aktuell bestüberprüfte Baustelle Tirols“, betont man vonseiten der Asfinag.
„Trotzdem gehen wir nicht zur Tagesordnung über“
Nach dem neuerlichen Todesdrama am späten Dienstagnachmittag will der Autobahnbetreiber „trotzdem nicht zur Tagesordnung übergehen.“ „Gemeinsam mit Behörden, Expertinnen und Experten sowie der Polizei werden wir die Baustelle erneut und umfassend auf Herz und Nieren prüfen. Sollte dabei wider Erwarten Handlungsbedarf erkannt werden, werden wir entsprechende Maßnahmen umgehend umsetzen“, wird versichert.
Laut aktuellem Stand gebe es keinen erkennbaren direkten Zusammenhang zwischen den Baustelleneinrichtungen und den Unfallursachen. Das Motto der Asfinag bleibe jedenfalls unverändert: „Die Verkehrssicherheit laufend zu hinterfragen und dort, wo Verbesserungen möglich sind, diese rasch umzusetzen.“
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