Kühlgeräte ausgefallen
Supermarkt-Attacke: Ausmaß viel größer als gedacht
Die groß angelegte Cyberattacke auf Kühlanlagen von Supermarktketten in Frankreich hatte offenbar ein viel größeres Ausmaß als bisher befürchtet. Nun ist bekannt geworden, dass auch ein weiterer Anbieter von Kühlsystemen betroffen war.
Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI teilte am Dienstag mit, dass neben den ursprünglich mit dem Angriff in Verbindung gebrachten Geräten des dänischen Anbieters Danfoss auch Kühlsysteme des US-Unternehmens Copeland gehackt worden seien. Ein Sprecher von Copeland wollte die Feststellung der Behörde zunächst nicht bestätigen und erklärte, für das Unternehmen habe der Schutz der Betriebsabläufe der Kunden oberste Priorität.
Betroffenes Unternehmen räumt „Schwachstelle“ ein
Später räumte das Unternehmen die „Schwachstelle“ ein. „Wir arbeiten derzeit mit den betroffenen Kunden zusammen, um das Risiko zu minimieren“, so Copeland. Zudem kündigte das Unternehmen an, seine Cybersicherheit zu stärken. Bislang hat sich keine Gruppe zu dem Angriff bekannt. Drei Cybersicherheitsexperten äußerten die Einschätzung, dass die Durchführung des Angriffs offenbar einfach war. Offenbar verschafften sich die Täter über Sicherheitslücken einer veralteten Firmware Zugang zur Steuerung der Kühlketten. Die Angreifer schalteten in weiterer Folge Kühl- und Gefrierschränke in den Abtaumodus und ließen die Temperaturen auf bis zu 50 Grad Celsius ansteigen. Die Geschäfte meldeten Brände und viele verdorbene Waren.
Sämtliche Lebensmittel mussten entsorgt werden
Der Intermarché-Eigentümer Les Mousquetaires teilte mit, dass etwa 150 Filialen betroffen waren, in denen die Kühlsysteme sechs Stunden lang auf 50 Grad Celsius gehalten wurden. Sämtliche Lebensmittel mussten entsorgt werden. Carrefour verzeichnete 80 betroffene Supermärkte. Monoprix gab an, dass fünf Prozent seiner Filialen betroffen waren, und Coopérative U meldete fast 100 betroffene Standorte.
Die Cyberkriminalitäts-Abteilung der Staatsanwaltschaft von Paris übernahm Ermittlungen zu der Attacke. Die Untersuchung soll es ermöglichen, „die Opfer zu erfassen und einen Zusammenhang mit den von ihnen gemeldeten Schäden“ herzustellen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Gefährlicher Komfort bei der Überwachung von Kühlsystemen
Die Kühlsysteme von Supermärkten werden über vernetzte Steuerungen betrieben. Diese Geräte regeln Temperaturen, Abtauzyklen und Alarme für eine Vielzahl von Kühlregalen und -vitrinen. Techniker greifen häufig über das Internet darauf zu, um die Anlagen zu warten, ohne den Standort persönlich aufsuchen zu müssen. Dieser Komfort birgt jedoch Sicherheitsrisiken. Ersten Erkenntnissen zufolge dürfte veraltete Firmware

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