Die Debatte über den Parteivorsitz in der SPÖ wird sich wohl noch in die Länge ziehen. Der an Krebs erkrankte Finanzminister Markus Marterbauer wird zwar als Favorit gehandelt, will über das Thema aber erst später nachdenken. Auch zur Zukunft des derzeitigen SPÖ-Chefs Andreas Babler wollte sich Marterbauer nicht konkret äußern.
Was die mögliche Übernahme des Parteivorsitzes betrifft, stelle sich aus seiner Sicht diese Frage im Moment nicht, sagte der Finanzminister am Mittwoch im „Morgenjournal“ auf Ö1.
Dort stellte er auch klar, dass er den neun SPÖ-Landesvorsitzenden lediglich zugesagt habe, mit Jahresbeginn das Amt des Vizekanzlers zu übernehmen. Bis dahin widme er sich der Behandlung seiner Krebserkrankung sowie seinen Aufgaben als Finanzminister. Davon gebe es „jede Menge“.
„Babler und ich sind uns nichts schuldig“
Gegenüber Babler, der derzeit die Ämter des Parteivorsitzenden, Vizekanzlers und des Bundesministers für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport innehat sei er „loyal“. Schließlich habe ihn dieser in die Politik geholt. Darauf, ob dieser sein Ministeramt behalten werde, wollte sich Marterbauer nicht festlegen. Über sein Team werde er erst nachdenken, wenn er das Vizekanzleramt über habe „Wir verstehen einander gut, sind uns aber nichts schuldig.“
Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, die Babler im Oktober als geschäftsführende Parteichefs zur Seite gestellt worden waren, hoffen jedenfalls, dass es für die langfristige Parteiführung nur einen Kandidaten gibt, der dann bei einem Parteitag im Frühling bestimmt wird. Wie Kucher am Freitag bei einem gemeinsamen Pressegespräch betonte, bekenne er sich zur Mitgliedereinbindung bei der Frage des SPÖ-Vorsitzes. In diesem Fall würde er sich aber „einen Parteitag der Einigkeit mit einem Kandidaten“ wünschen.
SPÖ wünscht sich Einigkeit
Bei mehreren Kandidaten bräuchte es laut Statut eine Befragung der Mitglieder. Entfallen kann die, wenn sich in der Bewerbungsfrist nur eine Person mit den nötigen Unterstützungserklärungen meldet, wie es zuletzt bei Andreas Babler der Fall war. Holzleitner hofft sichtlich, dass dies wieder der Fall ist: „Das Ziel geht in Richtung Einigkeit. Man möchte eine Person, hinter der sich alle versammeln.“
Viel Lob für Marterbauer
Über Marterbauer sagten Holzleitner und Kucher, was immer dieser vorhabe, werde er selbst entscheiden. Mit Lob wird er weiter überschüttet: „Er ist ein Minister, dem man das Land anvertraut“, so Holzleitner. Er bringe nicht nur Expertise, sondern auch Ruhe und einen gewissen Pragmatismus und enormes Verantwortungsbewusstsein mit, lobte Kucher.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Freuen Sie sich auf viele neue Funktionen und noch mehr Möglichkeiten zum Austausch. Mehr Informationen finden Sie hier.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.