SPÖ-Führungsdebatte

Marterbauer zu Babler: „Sind uns nichts schuldig“

Innenpolitik
14.10.2026 09:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Debatte über den Parteivorsitz in der SPÖ wird sich wohl noch in die Länge ziehen. Der an Krebs erkrankte Finanzminister Markus Marterbauer wird zwar als Favorit gehandelt, will über das Thema aber erst später nachdenken. Auch zur Zukunft des derzeitigen SPÖ-Chefs Andreas Babler wollte sich Marterbauer nicht konkret äußern.

Was die mögliche Übernahme des Parteivorsitzes betrifft, stelle sich aus seiner Sicht diese Frage im Moment nicht, sagte der Finanzminister am Mittwoch im „Morgenjournal“ auf Ö1.

Dort stellte er auch klar, dass er den neun SPÖ-Landesvorsitzenden lediglich zugesagt habe, mit Jahresbeginn das Amt des Vizekanzlers zu übernehmen. Bis dahin widme er sich der Behandlung seiner Krebserkrankung sowie seinen Aufgaben als Finanzminister. Davon gebe es „jede Menge“.

„Babler und ich sind uns nichts schuldig“
Gegenüber Babler, der derzeit die Ämter des Parteivorsitzenden, Vizekanzlers und des Bundesministers für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport innehat sei er „loyal“. Schließlich habe ihn dieser in die Politik geholt. Darauf, ob dieser sein Ministeramt behalten werde, wollte sich Marterbauer nicht festlegen. Über sein Team werde er erst nachdenken, wenn er das Vizekanzleramt über habe „Wir verstehen einander gut, sind uns aber nichts schuldig.“

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com, APA)

Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, die Babler im Oktober als geschäftsführende Parteichefs zur Seite gestellt worden waren, hoffen jedenfalls, dass es für die langfristige Parteiführung nur einen Kandidaten gibt, der dann bei einem Parteitag im Frühling bestimmt wird. Wie Kucher am Freitag bei einem gemeinsamen Pressegespräch betonte, bekenne er sich zur Mitgliedereinbindung bei der Frage des SPÖ-Vorsitzes. In diesem Fall würde er sich aber „einen Parteitag der Einigkeit mit einem Kandidaten“ wünschen.

SPÖ wünscht sich Einigkeit
Bei mehreren Kandidaten bräuchte es laut Statut eine Befragung der Mitglieder. Entfallen kann die, wenn sich in der Bewerbungsfrist nur eine Person mit den nötigen Unterstützungserklärungen meldet, wie es zuletzt bei Andreas Babler der Fall war. Holzleitner hofft sichtlich, dass dies wieder der Fall ist: „Das Ziel geht in Richtung Einigkeit. Man möchte eine Person, hinter der sich alle versammeln.“

Viel Lob für Marterbauer
Über Marterbauer sagten Holzleitner und Kucher, was immer dieser vorhabe, werde er selbst entscheiden. Mit Lob wird er weiter überschüttet: „Er ist ein Minister, dem man das Land anvertraut“, so Holzleitner. Er bringe nicht nur Expertise, sondern auch Ruhe und einen gewissen Pragmatismus und enormes Verantwortungsbewusstsein mit, lobte Kucher.

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