Irans Revolutionsgarden haben laut eigenen Angaben zum dritten Mal innerhalb von zwei Tagen einen Öltanker attackiert. Der Angriff sei in der Straße von Hormuz erfolgt, hieß es in einer Erklärung. Der Supertanker habe sein Navigationssystem abgeschaltet und Warnungen der Marine missachtet.
Am Sonntag hatten iranische Medien ein Video verbreitet, das eine Explosion an einem Supertanker zeigen soll. Laut diesen Angaben fuhr das Schiff auf eine Seemine in der Meerenge am Persischen Golf. Minen werden demnach mit Raketen direkt vor die Tanker gefeuert.
Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormuz in den vergangenen Tagen intensiviert. Sie attackieren im Regelfall Tankschiffe und Frachter, die sich auf einer südlichen Route nahe der omanischen Küste befinden. Dort begleitet die US-Marine seit mehreren Monaten zivile Handelsschiffe, um den globalen Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Die iranische Führung betrachtet die Route als „illegal“ und fordert die Passage entlang der Küste.
Diese Aufnahme haben die Revolutionsgarden veröffentlicht:
Nachrichtenaustausch läuft über Vermittler
Teheran blockiert den Schiffsverkehr seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Drohungen und Angriffen weitgehend. Aber auch das US-Militär hat wiederholt zivile iranische Schiffe attackiert. Die Straße von Hormuz ist ein zentraler Konfliktpunkt zwischen den Kriegsparteien. Im Ringen um eine Öffnung zeichnet sich derzeit keine Einigung ab. Man prüfe aktuell die Reaktion der Vereinigten Staaten auf einen Vorschlag der Islamischen Republik, sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums. Danach werde man über Mittelsleute eine Antwort zukommen lassen.
Teheran hat dem Weißen Haus Mitte September einen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Meerenge vorgelegt. Seither stockt der Prozess wieder. Laut iranischen Angaben geht der Kriegsgegner nicht ausreichend auf die geforderten Bedingungen ein. Während sich die iranische Führung vor allem auf die Wiedereröffnung und die Wiederherstellung der Sicherheit in dem Seegebiet konzentriert, will das Weiße Haus auch das iranische Atomprogramm in die Gespräche einbeziehen. Vor Ausbruch des Kriegs wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Handels mit Öl und Flüssiggas über das Gebiet abgedeckt.
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