Unter dem Namen „NOEDOC“ schlägt Niederösterreichs Grünen-Chefin Helga Krismer eine App vor, die rund um die Uhr die gesundheitliche Versorgung sichern soll. Die Notrufnummer 141 würden viele Niederösterreicher am Land gar nicht kennen.
133, 122 und 144 – die Notrufnummern werden in ganz Österreich bereits Kindern in der Volkschule nahegelegt. Wer im Ernstfall die Rettung braucht muss 144 wählen, weiß also auch jedes Kind, könnte man sagen. Zu wenig gesprochen werde hierzulande über die Nummern 1450 und dem Ärztenotdienst 141, betont Helga Krismer von den Grünen vor Medien am Dienstag. Im Sommer tourte sie durch mehrere Regionen in NÖ um den von ÖVP, FPÖ und SPÖ unterschriebenen Gesundheitsplan 2040+ zu hinterfragen. „Dass es den Ärztenotdienst 141 haben viele Niederösterreich in meinen Gesprächen gar nicht gewusst“, sagt Krismer.
Wenn Krankenhäuser geschlossen werden, muss trotzdem rund um die Uhr eine ärztliche Versorgung da sein.
Helga Krismer
Drei Sachen würden die Grünen ändern in der Gesundheitslandschaft. Nicht nur mehr Infos zum Ärztenotdienst 141 sollen besser zur Bevölkerung durchdringen, auch die Telefonische Gesundheitsberatung 1450 sei vielen seit Ende der Corona-Pandemie nicht mehr geläufig. In Raabs an der Thaya funktioniere beides seit 20 Jahren sehr gut, die „Krone“ berichtete. In anderen Regionen berichten Niederösterreicher aber auch von langen Warteschleifen am Telefon, wenn sie bei den Nummern anrufen. Noch dazu treibe die Schließung der Notarztstützpunke auch die Versorgung in Raabs in eine kilometerweite Versorgungs-Leere.
Oberösterreich besser aufgestellt
Daher sollte die Politik als zweiten Schritt, dafür sorgen, dass es in Niederösterreich am Land keinen „Fleckerlteppich“ mehr gibt in der Versorgung, schlägt Krismer als zweiten Punkt vor. „Ich möchte, dass es in jedem Bezirk auch nachts sowie am Wochenende einen Arzt gibt, der Bereitschaftsdienst hat“. Wohl seien die NÖ-Dienstverträge für medizinisches Personal nicht attraktiv genug gestaltet von ÖGK und Ärztekammer. In Oberösterreich hingegeben funktioniere es mit dem Projekt „HÄND“ sehr gut, dass Ärzte in jeder Region rund um die Uhr erreichbar sind.
App mit Chatbot
Mit „NOEDOC“ wollen die Grünen als dritten Punkt die Suche nach medizinischer Hilfe vereinfachen. Eine Standortabfrage soll auf einen Blick zeigen, welche Ordinationen, Bereitschaftsdienste und Apotheken in der Nähe geöffnet haben. Auch ein „Chatbot“ ist vorgesehen. Patienten könnten dort ihre Beschwerden vorab schildern und einen Rückruf anfordern. „Das soll vor allem Menschen helfen, die in einer Stresssituation nicht telefonieren können, oder aus gesundheitlichen Gründen nicht sprechen können“. Man hoffe, dass die App-Idee Gehör findet in der Landesregierung.
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