Während sich österreichweit nach drei Rekordpleitejahre eine Entspannung abzeichent, steigt die Zahl der Firmeninsolvenzen in der Steiermark immer weiter. Laut Insolvenzstatistik für die ersten drei Quartale von 2026 droht auch bei der Zahl der Privatinsolvenzen ein Rekordjahr.
Die steirischen Zahlen sind erschütternd: Während die Firmeninsolvenzen in den ersten drei Quartalen von 2026 laut Alpenländischem Kreditorenberband (AKV) um 7,65% zurückgegangen sind, sind sie in der Steiermark um 17,85% gestiegen. „In der Steiermark ist keine Erholung in Sicht“, so der AKV in einer Aussendung. Ganz im Gegenteil habe „die Insolvenzwelle zunehmend die Industrie erfasst“.
Vor allem die Insolvenzen von Leitbetrieben wie Wollsdorf Leder Schmidt & Co Ges.m.b.H., Christof Industrien Austria GmbH und der ADA Unternehmensgruppe schlagen zu Buche: 1030 der insgesamt 2448 von Insolvenzen betroffenen Arbeitsplätzen sind auf diese drei Unternehmen zurückzuführen. Die Gesamtzahl der betroffenen Arbeitnehmer ist übrigens um 85,45% höher als im Vergleichzeitraum des Vorjahres.

Noch viel deutlicher ist die Höhe der Passiva der eröffneten Insolvenzen ausgefallen: Sie ist von 277,41 Millionen Euro auf 734,9 Millionen Euro in die Höhe geschossen – das ist eine Steigerung von 164,9%. Besorgniserregend ist laut Aussendung des AKV auch die Zahl der Insolvenzverfahren, die abgelehnt werden mussten, wil kein kostendeckendes Vermögen mehr vorhanden war: Aktuell liegt man heuer bei 212 Anträgen – das sind 11,58% mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Privatinsolvenzen: Rekordjahr droht
Auch am Privatsektor droht der Steiermark heuer ein Rekordjahr: 808 sogenannte Schuldenregulierungsverfahren wurden in den ersten drei Quartalen 2026 schon eröffnet – das bedeutet eine Zunahme von 17,1 Prozent. Die Gesamtpassiva der eröffneten Verfahren belaufen sich auf 117,45 Millionen Euro. Der Großteil der Privatkonkurse (64,48%) entfallen übrigens auf Männer.
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