Der Rücktritt von Markus Waldner als FIS-Renndirektor schmerzt im Ski-Zirkus. „Wenn man mich fragen würde, wer das machen könnte, würde mir aus dem Stegreif keiner einfallen“, so Neo-ÖSV-Generalsekretär Jan Überall bei „Sport & Talk im Hangar 7“ auf ServusTV.
Zwei Wochen vor dem Start der neuen Saison im alpinen Ski-Weltcup muss sich die FIS auf die Suche nach einem neuen Renndirektor der Männer machen. Markus Waldner hat den internationalen Skiverband informiert, dass er nach zwölf Jahren im Amt zurücktritt. Wie die FIS am Donnerstag mitteilte, ist die Suche nach einem Nachfolger bereits im Gang. Während des ersten Teils der Saison beaufsichtigt Peter Gerdol, Chef-Renndirektor der Frauen, die Wettkämpfe beider Geschlechter.
„Das ist keine Entscheidung, die ich auf die leichte Schulter nehme“, wird Waldner auf der Website der FIS zitiert. Die Verantwortung für Ski alpin auf höchstem Niveau zu tragen, sei ein Privileg, aber auch eine Position, die mit unglaublich viel Druck verbunden sei. „Im Laufe der Jahre, während sich die FIS und der Sport verändert haben und gewachsen sind, hat sich dieser Druck so stark angestaut, dass ich heute das Gefühl habe, nicht mehr die Energie und die Einstellung zu haben, um eine weitere komplette Saison so zu absolvieren, wie ich es mir gewünscht hätte“, erklärte der 63-Jährige.
Waldner will in der Saison 2026/27 die Übergangsphase unterstützen, danach soll er eine neue Aufgabe innerhalb der FIS übernehmen.
„Dieser Abgang ist das Schlechteste für den Skisport, was passieren kann“, meinte der stellv. „Krone“-Sportchef Alexander Hofstetter bei „Krone oder Kasperl“ am Montag. „Das ist ein schwerer Schlag für die FIS.“
„Unfassbares Standing“
Und auch der neue ÖSV-Generalsekretär Jan Überall schlägt in die selbe Kerbe. Zu Gast bei ServusTV sagte er: „Markus hat einfach ein Standing gehabt, das unfassbar war. Er ist respektiert worden von allen Veranstaltern, von den Teams, von den Athleten. Er hat die Spannungsfelder zwischen dem Verlangen nach dem Produkt und der Fairness gegenüber den Sportlern sehr gut ausbalanciert. Und ich sehe es als eine sehr kritische Position, in der wir uns gerade befinden. Denn wenn man mich fragen würde, wer das machen könnte, würde mir aus dem Stegreif keiner einfallen.“
„Hat den Verband gut dastehen lassen“
Am 1. September trat Überall die Nachfolge von Christian Scherer im ÖSV an. Seitdem war der 38-jährige Tiroler viel unterwegs, um sich ein Bild vom Verband und darüber hinaus zu machen.
„Ich habe einen Verband von Christian Scherer übernehmen dürfen, der hervorragende Arbeit geleistet hat. Er hat den Verband gut dastehen lassen. Natürlich sind es herausfordernde Zeiten, aber mit dem Team und dem Ausblick und in einem Land, wo der Skisport noch diesen Stellenwert hat, bin ich davon überzeugt, dass wir weiterhin ganz vorne mitmischen können“, erklärte Überall.
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