Die geplante Live-Hinrichtung eines muslimischen Amokläufers in den USA sorgt weiter für Unbehagen. Neben Menschenrechtsbedenken fürchten Kritiker vor allem, Islamisten eine Propagandavorlage zu liefern. Die Trump-Regierung beruft sich derweil auf „amerikansiche Werte“.
Der Minister für Innere Sicherheit, Markwayne Mullin, will von Risiken nichts wissen – die seien genau abgewogen: „Niemand wird gezwungen, sich das anzusehen.“ Das öffentliche Erschießungskommando für Nidal Hasan würde diesen nicht zum Märtyrer machen, erklärte der enge Verbündete von US-Präsident Donald Trump in der Sendung „Face the Nation“.
Mullin würde lediglich der „sehr direkten Hand“ seines Chefs folgen, der einen großartigen Job mache. „Er ist dabei, amerikanische Werte wiederherzustellen. Er bringt die USA wieder auf den Kurs, den wir uns wünschen“, so der Chef des Heimatschutzministeriums.
„Ich denke, die Menschen müssen verstehen (...) wenn ihr Amerika angreift, werden wir euch verfolgen und wir werden dafür sorgen, dass die Strafe der Tat angemessen ist“, fuhr Mullin fort (siehe Tweet unten).
Der 49-jährige Republikaner und sechsfache Vater aus Oklahoma wurde von Trump vor seiner Bestellung im März martialisch als wahrer „MAGA-Krieger“ bezeichnet. Mullin ist seither auch für die umstrittenen Einsätze der Einwanderungsbehörde ICE verantwortlich.
Mächtige Republikaner gegen Vorhaben
Dass die Hinrichtung des ehemaligen Militär-Psychaters Hasan Anfang Dezember live übertragen werden soll, gefällt längst nicht allen Republikanern. Selbst der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, hat Vorbehalte gegenüber dem Vorhaben.
„Die Sorge wäre, dass man ein Video produzieren würde, das als Rekrutierungsinstrument für zukünftige Terroristen dienen könnte“, sagte der ansonsten stets treue Johnson am Montag CBS News. „Wir müssen die politischen Auswirkungen all dessen gründlich durchdenken.“
Der Republikaner sagte, er werde sich die Hinrichtung auf keinen Fall ansehen, sollte sie live übertragen werden. „Es gibt Kollegen, die Bedenken haben“, fuhr Johnson fort. Auch Vizepräsident JD Vance erklärte zuletzt öffentlich, dass er die Hinrichtung nicht verfolgen wolle. Man müsse abwarten, was im Dezember geschehe (siehe Tweet unten).
Hasan war 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er auf dem Militärstützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte.
Hasan wäre der erste Mensch seit 1945, der durch ein Erschießungskommando des US-Militärs hingerichtet wird. Die Ankündigung der Liveübertragung löste international sowie bei US-Demokraten und US-Republikanern Empörung aus. Trump, ein vehementer Verfechter der Todesstrafe, stellte daraufhin die Liveübertragung in Frage, die zuvor von seinem Kriegsminister Pete Hegseth freudig angekündigt wurde.
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