Klares Muster sichtbar

Was die Wortwahl über psychopathische Züge verrät

Wissen
13.10.2026 10:44
Porträt von krone.at
Von krone.at

Drücken sich Menschen mit psychopathischen Zügen anders aus? Eine Studie hat Hinweise darauf gefunden, dass Menschen mit psychopathischen Merkmalen tatsächlich andere Wörter und einen auffallend positiven Tonfall verwenden.

Forschende der Universität von Mississippi ließen 451 Personen schriftlich über die großen Höhen, Tiefen und Wendepunkte in ihrem Leben berichten. Unter den Teilnehmenden waren viele Studierende, aber auch 144 Menschen, die bereits im Gefängnis saßen. Ein Fragebogen erfasste danach drei typische psychopathische Merkmale der Studienteilnehmer: Kühnheit, Kaltherzigkeit und Enthemmung.

Eine spezielle Software wertete die Texte danach detailliert aus. Das Ergebnis der Analyse zeigte klare Muster: Personen mit hohen Werten bei Kaltherzigkeit schrieben in einem positiveren Tonfall. Sie verwendeten häufig Begriffe rund um Leistung und Belohnung, während sie negative Wörter eher mieden.

Diese drei Merkmale wurden erfasst

  • Kühnheit: z.B. zwischenmenschliche Dominanz, Furchtlosigkeit, Stressresilienz

  • Kaltherzigkeit: z.B. Mangelndes Einfühlungsvermögen, Aggression, mangelnde Bindungsfähigkeit

  • Enthemmung: z.B. geringe Impulskontrolle, mangelnde Planung und Selbstbeherrschung

Teilnehmende mit einer stark ausgeprägten Kühnheit verwendeten weniger Wörter, die mit Angst zu tun haben – etwa „Furcht“ oder „Sorge“. Sie schrieben auch deutlich seltener über psychische Erkrankungen. Teilnehmende mit einer stark ausgeprägten Enthemmung nutzten wiederum viel mehr negative Begriffe und erwähnten deutlich seltener Freunde. In ihren Texten kamen auch weniger positive Wörter vor.

„Das zeigt uns, dass die Geschichte, die wir über unser Leben erzählen, Bedeutung hat“, lautete das Fazit von Co-Autorin Laura Drislane. Allerdings „Das Ziel ist hier nicht, Psychopathie anhand der Sprache zu diagnostizieren“, sagte Ky Bray, Doktorand der Psychologie an der Universität. „Es geht vielmehr darum, darauf hinzuweisen, dass sich Psychopathie im alltäglichen Verhalten zeigt, sogar in subtilen Verhaltensweisen wie der Sprache“, erklärte er. Laut den Experten trägt jeder Mensch ein gewisses Maß an Kühnheit, Kaltherzigkeit und Enthemmung in sich.

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