Italien lässt grüßen. Dort wurde die über Jahrzehnte regierende Democrazia Cristiana bereits vor Jahren entsorgt. Und die politische Landschaft hat sich, sowohl im rechten als auch im linken Sektor, völlig neu strukturiert.
Ein ähnlicher Prozess zeichnet sich nun in Österreich ab. Die Traditionsparteien der Zweiten Republik – Sozialdemokratie und Volkspartei – verlieren nämlich dramatisch an Zustimmung.
EINERSEITS haben SPÖ und ÖVP in der Zweiten Republik zweifellos eine bedeutsame Rolle gespielt. Nach den Wirren der Zwischenkriegszeit, nach Wirtschaftskrise, Bürgerkrieg und Diktatur standen sie für sozialen Frieden und Aufschwung.
ANDERERSEITS wurde ihre dominante Rolle längst vom Wähler zusammengestutzt – und damit auch die dahinterstehende Sozialpartnerschaft. Die Gründe dafür: Erstarrung, gegenseitige Blockade, Realitätsverweigerung und Reformunfähigkeit. Im Falle der Sozialdemokratie liegt es auch daran, dass die historische Aufgabe von Arbeiterparteien, nämlich die Emanzipation der Arbeiterklasse, längst erfüllt ist. Und im Falle der ÖVP, dass von ihrem christlichen Ursprung kaum etwas übrig geblieben ist.
Und so wird sich die Krise der SPÖ trotz der gegenwärtigen, einigermaßen einfältigen Lösungsversuche fortsetzen. Und die der ÖVP wird nach den zu erwartenden Verlusten bei den kommenden Landtagswahlen erst richtig einsetzen.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.