US-Präsident Donald Trump sieht die Ukraine bei Friedensverhandlungen mit Russland unter Zugzwang. „Ich glaube, sie werden eine Einigung erzielen. Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenskyj daran interessiert ist, einen Deal zu machen“, sagte der Republikaner.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die USA zuvor aufgefordert, den Kriegsgegner zur Einhaltung der Energie-Waffenruhe anzuhalten. „Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen“, sagte Selenskyj. Man sei am Sonntag sehr überrascht worden von Trumps Ankündigung, dass alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt würden. „Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug“, kritisierte Selenskyj. Man sei mit dem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen aber einverstanden, wenn Russland dies auch akzeptiere.
„Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstöße auf beiden Seiten“, sagte Trump auf die Frage, ob die russische Armee die von ihm verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe. Er hatte die ukrainische Regierung in den vergangenen Tagen gleich mehrfach vor den Kopf gestoßen. So verlangte er in einem Telefonat mit Russlands Machthaber Wladimir Putin die Ablösung Selenskyjs und verkündete eine Vereinbarung zur Lieferung von Hunderttausenden Tonnen Diesel aus Russland. Sowohl von europäischen Verbündeten als auch im eigenen Land gab es Kritik. Trump hatte am Freitag angekündigt, dass das Weiße Haus die Sanktionen gegen russische Treibstoffe vorübergehend aufhebe, damit Russland Diesel an die Weltmärkte liefern könne. Der Dieselpreis in den Vereinigten Staaten ist seit Kriegsbeginn im Iran Ende Februar um mehr als 60 Prozent gestiegen.
Angriff auf Wohnhaus nahe Kiew
Bei russischen Angriffen auf ein Wohnhochhaus nahe Kiew und andere Regionen in der Ukraine sind laut Behörden mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. „Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass auf Russland mehr Druck ausgeübt werden muss“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Der Kreml verlängere den Krieg und schicke als Antwort auf den US-Vorschlag einer Energiewaffenruhe weitere Drohnen. „Wir zählen darauf, dass die Vereinigten Staaten diese Signale Russlands sehen und entschlossen handeln werden“, schloss der ukrainische Präsident.
Die russische Armee hat laut Angaben des regionalen Gouverneurs einen Drohnenangriff auf ein Industriegebiet in Newinnomyssk abgewehrt. Die Stadt ist unter anderem ein wichtiges Zentrum der chemischen Industrie.
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