Islamisten greifen an
Wieder Explosionen in Riad – 1500 Flüge gestrichen
Die saudi-arabische Hauptstadt ist Montagabend erneut von mehreren heftigen Explosionen erschüttert worden. Die von Riad angeführte Militärkoalition gegen die jemenitische Houthi-Miliz erklärte, sie habe eine von den Islamisten abgefeuerte ballistische Rakete abgeschossen.
In einer Textnachricht waren die Bewohner kurz zuvor vor einer „feindlichen Bedrohung aus der Luft“ gewarnt worden. Die Rakete sei abgefangen und zerstört worden, schrieb Koalitionssprecher Turki al-Malki auf X mit.
„Bitte bleiben Sie ruhig, halten Sie sich in Innenräumen oder an einem sicheren Ort abseits von Fenstern und Türen auf“, hatte es zuvor in der Warnung geheißen.
Die Houthi-Miliz hatte ihre Angriffe auf Riad in den vergangenen Tagen verstärkt und insbesondere den internationalen Flughafen der saudi-arabischen Hauptstadt unter Beschuss genommen.
Dabei starben 18 Menschen. Allein bei einem Angriff am Samstag wurden zwölf Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt. Der Flugverkehr ist seither teilweise zum Erliegen gekommen.
Der Flugstopp in Riad soll nun bis Sonntag Mitternacht gelten (Ortszeit, Samstag 23 Uhr MESZ), wie aus einer Mitteilung an die Flugzeugführer (NOTAM) hervorgeht. Als Grund wurden „Vorsichtsmaßnahmen“ genannt.
Die saudische Behörde für zivile Luftfahrt teilte mit, es sollten bei der verlängerten Unterbrechung noch Schritte abgeschlossen werden, um die Sicherheit im Betrieb zu garantieren. Unter anderem haben die staatliche bahrainische Fluggesellschaft Gulf Air wie auch Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Riad vorübergehend ausgesetzt.
1500 Flüge in Saudi-Arabien gestrichen
Dem Flugdienst Flightradar24 zufolge kam es auch in Dammam im Osten des Landes, wo es in vergangenen Tagen ebenfalls zu Angriffen kam, wie auch in der Küstenstadt Dschidda im Westen zu starken Beeinträchtigungen im Flugverkehr. Die emiratische Nachrichtenseite „Gulf Business“ berichtete von fast 1500 Flügen, die in Saudi-Arabien im Zuge der Angriffe gestrichen worden seien.
Die saudische Regierung bemüht sich unterdessen, ein Bild von Ruhe und Stabilität auszustrahlen. „Das Wort ‘Angst‘ existiert nicht im saudischen Wörterbuch“, sagte Energieminister Abdulaziz bin Salman bei einem Energie-Kongress in Riad.

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