Optimistische Perspektiven anstelle des einst starren Eisernen Vorhangs sieht man zwischen Hainburg und Bratislava. Niederösterreichs Landtagspräsdint Karl Wilfing strich bei der Herbstkonferenz mit seinen Kollegen aus den anderen Bundesländern die Vorteile der grenznahen Region für Wirtschaft, Leben, Infrastrukur und Tourismus hervor.
Karl Wilfing hat die Kulturfabrik Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) bewusst zur Austragung der Landtagspräsidenten-Konferenz gewählt. Als Vorsitzender wollte er zeigen, was sich hier grenzüberschreitend entwickelt hat und noch im Entstehen ist. Gemeinsam besuchte man Schloss Hof, Petronell-Carnuntum und Bratislava.
Starke Chancen für die Region durch Ostöffnung
„Wo bis 1918 ein gemeinsamer Lebensraum war, wächst dieser heute wieder zusammen“, sieht es Landtagspräsident Wilfing positiv. Allein in Hainburg wohnen mittlerweile 2500 Menschen aus der Slowakei und haben der Stadt somit großen Zuwachs gebracht. Es gibt „keine Festung Österreich mehr“, betont Wilfing. Vielmehr werden die Stärken der Länder miteinander verbunden. „Wir sprechen hier von Wirtschaftsräumen, Wohnen und Verkehr, aber auch vom Schützen der Naturräume. Wachstum muss nicht immer mit mehr Fächenversiegelung einhergehen“, meint die burgenländische Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf. Als starkes Zeichen für das Zusammenwachsen der Regionen sieht sie die neue kostenlose, grenzüberschreitende Buslinie 902 zwischen Bratislava und Prellenkirchen, die noch bis Dezember im Probebetrieb läuft.
Pendler und Touristen spüren keine Grenzen
Auch die Errichtung von weiteren Brücken über die March ist angedacht, bei der modernisierten Bahn gibt es den Wunsch nach mehr Direktzügen zwischen den Städten. „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss am Ende vor Ort funktionieren“, weiß Wilfing. Das zeigt sich besonders beim Tourismus: Zwei Drittel der Besucher des Adventmarkts auf Schloss Hof sind Slowaken. „Sie schätzen unser Handwerk.“
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Die Arbeitsgemeinschaft BAUM, Bratislava-Umland-Management, koordiniert seit November 2025 grenzüberschreitende Projekte und fungiert als Ansprechpartner für konkrete Anliegen – von Kultur und Klimaschutz bis zu Raumordnung und Mobilität. „Die Menschen wohnen auf der einen Seite der Grenze und arbeiten oder absolvieren ihre Ausbildung auf der anderen. Sie fahren zum Einkaufen, zur Schule oder zum Arzt über die Grenze. Gemeinden und Lebensräume wachsen über Staatsgrenzen hinweg zusammen. Kurz gesagt: Aus zwei Staaten – wenn man Ungarn mitdenkt, aus drei – wird eine gemeinsame Region“, schildert Wilfing den Alltag vor Ort.
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