„Neue Normalität“

Kneissl warnt: Europa könnte Russland angreifen

Außenpolitik
09.10.2026 18:42

Die ehemalige österreichische Außenministerin Karin Kneissl sorgt erneut mit einer harten Ansage für Aufsehen. Ihrer Meinung nach könnten europäische Hauptstädte den Beginn eines Krieges gegen Russland wagen.

In letzter Zeit ist es stiller um die ehemalige Politikerin geworden. Kurz nach ihren wohl zu ehrlichen Schilderungen über die Missstände in ihrer Wahlheimat Russland stellte die 61-Jährige ihren Telegram-Channel ein. Doch taucht sie immer wieder als Expertin für Europa in der Kreml-Propaganda auf.

Jüngst beschwerte sie sich über die zunehmende Militarisierung Deutschlands. „Wird Europa wirklich in den Krieg ziehen oder ist das nur ein Bluff? ... Angesichts der steigenden Irrationalität in vielen Hauptstädten der EU würde ich nicht ausschließen, dass sie beschließen, Krieg zu führen“, wird Kneissl von der russischen staatlichen Nachrichtenagentur „RIA Nowosti“ zitiert. Für viele Politiker sei Krieg „zur neuen Normalität“ geworden, zeigte sie sich sicher.

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Angesichts der steigenden Irrationalität in vielen Hauptstädten der EU würde ich nicht ausschließen, dass sie beschließen, Krieg zu führen.

Ex-Außenministerin Karin Kneissl

Auch am Verhalten der neutralen EU-Mitglieder hatte sie einiges auszusetzen. Ihrer Auffassung nach würden großangelegte Waffenlieferungen an die Ukraine ihren offiziellen Status verletzen. Für eine „ausgewogene“ Haltung lobte Kneissl hingegen Ungarn und die Türkei.

„Pathologische Besessenheit“
Den Grund für die Konfrontation mit Russland sieht die ehemalige Außenministerin in einer „pathologischen Besessenheit“ der EU, von einer angeblichen Bedrohung und inneren Problemen abzulenken. „Jetzt stehen die Kriegswirtschaft, die Militärbeiträge und die Niederlage Russlands im Mittelpunkt. Das wiederholt sich ständig und wird in jedem EU-Sanktionspaket eingehämmert.“ Die verheerende russische Aggression in der Ukraine klammerte sie dabei völlig aus.

Im Dienst der russischen Propaganda
Kneissl war von 2017 bis zum Ibiza-Skandal 2019 Österreichs von der FPÖ nominierte Außenministerin. Kritiker sehen sie ganz im Dienst der russischen Propaganda stehen. Nicht nur hatte sie Russlands Präsident Wladimir Putin 2018 zu ihrer Hochzeit in die Steiermark – samt Knicks – eingeladen, sondern ihn auch mehrmals persönlich getroffen.

„Im September 2020 verließ Karin Kneissl aufgrund anhaltender Morddrohungen und eines faktischen Arbeitsverbots in Österreich unfreiwillig ihr Heimatland“, heißt es auf ihrer offiziellen Homepage. Sie übersiedelte zunächst nach Frankreich, dann in den Libanon und schließlich nach Russland. Dort leitet sie heute den Thinktank „Gorki-Zentrum“.

NEOS-Klubobmann Yannick Shetty geht davon aus, dass vor allem Kneissls Propaganda-Geschäftsmodell ein rechtliches Nachspiel für ihre österreichische Staatsbürgerschaft haben werde. Die Rechtslage scheint in diesem Fall jedenfalls klar zu sein: Wenn eine Österreicherin für einen fremden Staat arbeitet und dabei das Ansehen der Alpenrepublik schädigt, wird die Staatsbürgerschaft von den Behörden aberkannt.

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