Freund half ihr dabei

15-Jährige zündete aus Frust eigene Schule an

Salzburg
10.10.2026 06:00

Der Schulausschluss drohte der damals 15-jährigen am Halleiner Gymnasium. „Mir war alles zu viel“, schilderte sie am Freitag vor Gericht. Aus innerer Verzweiflung habe sie dann das Feuer im Frühjahr 2026 gelegt – mit Unterstützung ihres Freundes. 

Kollegen, Probleme mit den Eltern und Schulschwänzereien. „Ich hatte keine einfache Schulzeit. Ich habe mich nicht verstanden und gehört gefühlt“, beschrieb die 16-jährige Ex-Schülerin des Halleiner Gymnasiums ihre Motivlage beim Prozess am Salzburger Landesgericht. Dem Mädchen drohte unter anderem wegen Drogen ein Schulausschluss.

In der Nacht auf Montag, dem 11. Mai dieses Jahres – am Tag der geplanten Lehrerkonferenz dazu –, besorgte sie gemeinsam mit ihrem Komplizen, einem 17-jährigen Lehrling, drei Kanister mit Benzin von einer Tankstelle in Freilassing. Nachdem die Jugendlichen ein Fenster eingeschlagen hatten, um in die Schule einzudringen, verschüttete das Mädchen zwei Kanister an mehreren Stellen: „Über Bücher und Sessel. Ich war an dem Abend in Trance“, beschrieb sie ihren damaligen Zustand im Gerichtssaal.

Zehn Tage nach dem Feuer musste die Schule geschlossen bleiben.
Zehn Tage nach dem Feuer musste die Schule geschlossen bleiben.(Bild: Andreas Tröster)
Die Bildungsdirektion meldet am Freitag im Gericht einen Schaden von 92.000 Euro, der ...
Die Bildungsdirektion meldet am Freitag im Gericht einen Schaden von 92.000 Euro, der Gesamtschaden beläuft sich auf 300.000 Euro.(Bild: Andreas Tröster)

Benzin verschüttet: „Dann sind wir sofort abgehauen“
Weil ihr der Schulausschluss drohte, sei ihr alles zu viel gewesen und der Frust der vergangenen Jahre sei wieder hochgekommen. Ihr Freund habe die damals noch 15-Jährige bei ihren Problemen verstanden: „Mir ging es damals selbst psychisch sehr schlecht.“

Der 17-Jährige tränkte nach dem Einbruch einen Stofffetzen in Benzin, diesen zündete die 16-Jährige an: „Dann sind wir sofort abgehauen.“ Die zwei Angeklagten zeigten sich von Anfang an geständig.

Sie wurden am Freitag im Salzburger Landesgericht jeweils wegen vorsätzlicher Brandstiftung nicht rechtskräftig zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. Größtenteils abgebrannt ist die Schulbibliothek mit Hunderten Büchern. Es entstand enormer Sachschaden in der Höhe von 300.000 Euro.

„Es tut mir leid. Das Ganze war einfach dumm“, entschuldigte sich auch der 17-jährige Mitangeklagte im Verhandlungssaal. Das Duo wurde laut Staatsanwältin durch DNA-Spuren und einer Videoaufzeichnung ausfindig gemacht.

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Natürlich ist es im Moment schlimm, aber wir müssen das jetzt als Chance sehen, etwas Neues zu schaffen.

Schuldirektor Johannes Bitzinger

Nach dem Brandanschlag konnte zehn Tage lang kein Präsenzunterricht mehr stattfinden. Schuldirektor Johannes Bitzinger zeigte sich damals, am Tag nach dem Feuer, im Gespräch mit der „Krone“ zukunftsorientiert: „Natürlich ist es im Moment schlimm, aber wir müssen das jetzt als Chance sehen, etwas Neues zu schaffen.“

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