Und wieder bebte die Erde: Einmal mehr wurde am Freitag ein Erdbeben in Tirol registriert, diesmal in Sistrans, südöstlich von Innsbruck – Magnitude: 3,1. Es ist das mittlerweile 28. spürbare Beben in dem Bundesland in diesem Jahr. Im österreichweiten Vergleich ist Tirol jedenfalls der Beben-Hotspot.
„Seit Anfang August haben wir eine erhöhte seismische Aktivität im Raum Innsbruck-Hall registriert. In diesem Zeitraum ereigneten sich mehr als 270 Erdbeben, 28 davon waren spürbar“, erklärt Maria Papí‐Isaba, Leiterin des Erdbebendienstes von GeoSphere Austria. Es handle sich um eine temporär erhöhte Aktivität, „die zwar unüblich ist, in der Region aber bereits mehrmals aufgetreten ist“. Etwa gab es vor zwei Jahren in Waidring eine ähnliche Bebenserie.
Knapp 61 Prozent der heurigen Beben in Tirol
Fest steht: Das heurige Jahr war bereits reich an Erdbeben, wenngleich nur ein Bruchteil auch für die Menschen spürbar war. Insgesamt wurden vom Erdbebendienst in Österreich bislang 1163 Erdbeben gemessen – 49 davon waren spürbar –, 708 davon allein in Tirol (!).
Der Grund: In Tirol liegt eine sogenannte tektonische Störungszone, also eine Schwächezone in der Erdkruste. „Die Platten möchten gerne aneinander vorbeigleiten, die Spannungen werden im Untergrund zu hoch für das Gestein, es kann nicht mehr standhalten, es kommt zum Bruch und wir verspüren es als Erdbeben“, erklärt Papí‐Isaba.
Neben Tirol gibt es auch noch weitere Störungszonen in Österreich: das Mur-Mürz-System in der Steiermark sowie das Wiener Becken, die Ostalpen-Störungssysteme wie die Pustertal-Gailtal-Störung, die Katschberg-Störung und die Lavanttal-Störung in Kärnten sowie die Nordalpine Überschiebung im Nordosten Österreichs.
Weitere Beben und Nachbeben möglich
Die aktivste Region bleibe jedoch Tirol, so die Expertin. Weitere Beben sowie Nachbeben sind jedenfalls möglich, voraussagen lassen sich künftige Ereignisse hinsichtlich Stärke oder Zeitpunkt aber nicht. Gleichzeitig gebe es auch keinen Hinweis darauf, dass ein stärkeres Beben unmittelbar bevorstehe. „Wir beobachten die Entwicklung weiterhin laufend“, betont Papí‐Isaba.
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