Rigoroser Sparkurs

Kulturbudget: Stabil auf niedrigem Niveau

Steiermark
08.10.2026 16:43

Keine Programmhefte in der Oper, höherer Eintrittspreis im Zeughaus: Das Kulturbudget des Landes Steiermark für 2027 zwingt Bühnen Graz und Universalmuseum Joanneum weiter zu einem rigorosen Sparkurs. Auch für Kleinförderungen bleibt wenig Geld.

Noch bevor das Land Steiermark am Donnerstag das Budget für 2027 fertig präsentierte, waren in der Grazer Herrengasse bereits Vertreter von „Kulturland retten“ auf der Straße gewesen, um vor den Auswirkungen des Sparkurses zu warnen. Schon seit Jahren wird heftig um das Kulturbudget gerungen – in vielen Bereichen gab es bereits schmerzhafte Einsparungen.

Und diese gehen auch weiter: Am Papier sind für das kommende Jahr rund zwei Millionen Euro weniger für die Kultur budgetiert als 2026. In Wahrheit jedoch wurden schon im aktuellen Jahr nicht alle budgetierten Summen auch ausbezahlt – einerseits, weil ORF-Unternehmerabgaben, die eingeplant waren, ausblieben, andererseits verhängte das Land eine Bindung der Budgetmittel von zwei Prozent.

Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl bei der Präsentation des Budgets
Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl bei der Präsentation des Budgets(Bild: Christian Jauschowetz)

Land Steiermark setzt Kulturpreise aus
De facto bleiben die Kulturförderungen im kommenden Jahr also auf dem niedrigen Level von 2026. Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) sieht darin dennoch eine „wichtige Absicherung für die Kultur des Landes“. Doch nimmt man Teuerung und steigende Personalkosten in die Rechnung, muss dennoch überall empfindlich gespart werden. Das Land selbst setzt im kommenden Jahr etwa die Verleihung sämtlicher Kunstpreise aus: „Mir war es wichtiger, die Stipendien und Atelierprogramme für den Nachwuchs zu halten“, erklärt Kornhäusl. Auch bei der Umsetzung der Kulturstrategie 2030 und den „ArtFaces“ werden Mittel reduziert.

Empfindlich sind die Einsparungen bei den Bühnen Graz: Schon in der vergangenen Saison hatte man – als Teil eines zweijährigen Konsolidierungskurses von Land und Stadt – vier Millionen Euro weniger bekommen, in der aktuellen Saison sind es gar 5,5 Millionen. Dafür musste ein Sondervertrag aufgesetzt werden, im Zuge dessen wurde sogar der kulturpolitische Auftrag auf zwei Jahre quasi ausgesetzt: „Wir müssen also empfindliche Maßnahmen setzen, sind mitten in einer Strukturreform“, sagt Leiter Bernhard Rinner. Im Schauspielhaus etwa spiele man zwei Produktionen ohne ein echtes Bühnenbild, in der Oper gibt es aktuell keine gedruckten Programmhefte. In beiden Häusern steht zudem eine teure Renovierung der Bühnenmaschinerie an.

Joanneum: Kürzere Öffnungszeiten, höhere Eintrittspreise
Auch das Universalmuseum Joanneum muss seinen bereits begonnen und empfindlichen Sparkurs weiterführen: Die Steiermark Schau bleibt weiter ausgesetzt, zudem werden die Öffnungszeiten der Museen (mit Ausnahme von Stübing, Zeughaus und Kunsthaus) auf 17 Uhr verkürzt, dafür werden im Zeughaus und dem Park von Schloss Eggenberg die Eintrittspreise erhöht. Auch die Zuschüsse für die Tierwelt Herberstein werden um 500.000 Euro gesenkt, und das Institut für Kunst im öffentlichen Raum bekommt 150.000 Euro weniger.

Für die Freie Szene sind rund 9,5 Millionen Euro vorgesehen. Die gute Nachricht: Die dreijährigen Fördernehmer – immerhin 110 Institutionen in der ganzen Steiermark –, denen bis dato nur die ersten beiden Jahre sicher zugesagt werden konnten, bekommen das Geld auch im dritten Jahr fix. „Damit sichern wir den Mittelbau ab“, sagt Kornhäusl, 6,9 Millionen Euro nimmt das Land dafür in die Hand. Für die Einjahres- und Projekt-Förderungen bleiben damit nur noch rund 2,6 Millionen Euro – also viel weniger als eigentlich nötig wäre.

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