Jungbauernkalender

Dieser Kalender sorgt für Herzflattern

Österreich
07.10.2026 09:23

Ob als fescher Kalender-Schönling oder selbstbewusste Hofchefin: Österreichs junge Bauern und Bäuerinnen räumen mit alten Klischees auf und zeigen, wie modern das Leben am Land heute ist – und lassen dabei das ein oder andere Kleidungsstück links liegen... 

Der Jungbauernkalender sorgt jedes Jahr für schneller schlagende Herzen. Und das aus gutem Grund: Hübsche Frauen und fesche Männer aus der heimischen Landwirtschaft lassen ihre Hüllen fallen – und wollen so dem Klischee des alten Bauern mit Bierbauch und Mistgabel entgegenwirken.

Einer von ihnen ist der Burgenländer Andreas Huber. Er hat es heuer in den Kalender geschafft und zeigt im Gespräch mit der „Krone“, dass die Landwirtschaft moderner und vielseitiger ist, als angenommen.

Vom Mechaniker zum Kalender-Schönling
Der 22-Jährige ist seit Kindestagen eng mit der Landwirtschaft verbunden. Aufgewachsen auf dem Familienbetrieb des Vaters, schraubt der gelernte Landmaschinenmechaniker heutzutage an Traktoren und Co. „Ich habe das Gefühl, dass gerade die Landwirtschaft ein bisschen attraktiver wird für junge Leute“, erzählt er der „Krone“. Vor allem die junge Generation trage ihren Beruf und das Leben am Land heute ganz anders nach außen – etwa als sogenannte Agrar-Influencer in den sozialen Medien. Dass Huber selbst in keine Schublade passt, zeigt sich spätestens nach Feierabend. Dann tauscht der 22-Jährige nämlich Schraubenschlüssel gegen Fahrrad.

Mit „Bike’n’Style“ veranstaltet Huber spektakuläre „Freestyle“ Shows. Was eigentlich als bloßes Hobby begonnen hat, wurde inzwischen zum zweiten Standbein für den jungen Studenten. Nach den ersten Auftritten investierte der „Jungbauer“ sein gesamtes Erspartes in Equipment für die Veranstaltungen – seitdem boomen die Shows mit den spektakulären Tricks auf zwei Rädern. Auch in sozialen Medien zeigt der Burgenländer, was er auf dem Bike draufhat – und begeistert damit mittlerweile fast fünftausend Fans.

Frauen übernehmen Kommando am Hof
Auch Österreichs Bäuerinnen zeigen immer öfter, wer am Hof das Sagen hat. Immerhin wird bereits mehr als jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb von einer Frau geführt. Rund 36.000 Höfe sind österreichweit in weiblicher Hand. Drei dieser Powerfrauen durften Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig nun zum EU-Argrarministerrat nach Brüssel begleiten. Darunter auch die Tirolerin Julia Haidacher. Sie ist nicht nur Lehrerin, sondern auch Bäuerin auf einem Schaf- und Ziegenzuchtbetrieb. Ihre Botschaft an die EU-Politiker: „Gezielte finanzielle Unterstützung und Entlastung ist gerade für uns kleinstrukturierte Betriebe im Westen Österreichs überlebensfähig“.

Ob auf dem Traktor, im EU-Parlament oder vor der Kamera – die heimische Landwirtschaft hat viele Gesichter. Genau diese Vielfalt will auch Andreas Huber mit seiner Teilnahme am Jungbauernkalender zeigen. Am 7. Oktober wird die neue Ausgabe für das Jahr 2027 auf der Wiener Kaiser Wiesn präsentiert. Für den 22-jährigen Huber könnte es dabei besonders spannend werden: Er ist nämlich im Rennen um das begehrte Titelblatt.

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