Der oststeirische Spezialist für Aufbereitungs- und Recyclingtechnik, Binder+Co, investiert weiter in die Forschung und Entwicklung. Im Fokus stehen der Ausbau der Softwarekompetenz und die Weiterentwicklung der KI-gestützten Sortierungstechnik auf neue Materialien. Das Unternehmen möchte so auch neue Märkte erschließen.
Während das richtige Recycling von Altglas längst zum Standard wurde, ist das ungenutzte Recyclingpotenzial bei anderen Abfällen, wie etwa Bauschutt, noch groß. Dieser Verschwendung ungenutzter Wertstoffe möchte der oststeirische Spezialist für Aufbereitungs- und Recyclingtechnik, die Binder+Co AG in Gleisdorf, nun gezielt entgegenwirken und investiert heuer knapp vier Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung der Techniken.
Gelingen soll das unter anderem mit dem Ausbau der Softwarekompetenz des Unternehmens und der Weiterentwicklung der KI-gestützten Sortiertechnik: „Die Künstliche Intelligenz lernt der Maschine sozusagen, was ist gutes Material und was ist schlechtes Material“, erklärt Vorstand Jörg Rosegger. So können Rohstoffe getrennt und weiterverwertet werden.
Ein Prozess, der bei Glas bereits seit Jahrzehnten angewandt wird: „Eine Tonne Glasscherben ersetzt 1,2 Tonnen Primärrohstoffe. Mit unseren Maschinen holen wir die Störstoffe heraus“, beschreibt Rosegger. Diese Sortiertechnik soll nun noch gezielter auf neue Materialien übertragen werden, etwa Bauschutt und Metallrecycling.
Aufbereitungs- und Recyclingtechnikspezialist Binder+Co beschäftigt insgesamt 416 Mitarbeiter, 260 davon am Hauptsitz in Gleisdorf. Das EBT im ersten Halbjahr 2026 ist mit rund 4,2 Millionen Euro höher als der Vergleichswert 2025. Aktuell habe man keine Großprojekte, dafür aber kleinere Vorhaben und Maschinenverkäufe. Der Auftragsstand sei mit rund 64,9 Millionen Euro etwa auf Vorjahresniveau. Fünf Prozent des Umsatzes, also knapp vier Millionen Euro, fließen 2026 in die Forschung.
Denn rund 38,4 Prozent der 2,2 Milliarden Tonnen Abfall, die jährlich in der EU anfallen, seien Bau- und Abbruchabfälle: „Durch die KI-Sortierung können wir Ziegelbruch von Kies trennen. Dieser kann dann für die Betonproduktion eingesetzt werden“, sagt Vorstand Peter Gradwohl. So möchte Binder+Co unter anderem auch neue Märkte in Südamerika erschließen – ein erster Schwerpunkt soll zunächst in Brasilien gesetzt werden.
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