Details aus Verhör:
Copilot hatte Flughafen Ben Gurion im Visier
In einem Verhör hat der Flydubai-Copilot, der vergangene Woche ein Flugzeug unter seine Kontrolle bringen wollte, erklärt, was das Ziel des Anschlagsversuchs war. In einem Verhör gab er an, dass er die Maschine auf den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv stürzen wollte.
Der 29-Jährige hatte auf einem Flug von Dubai nach Tel Aviv am 30. September den Kapitän angegriffen – Hamam Al Hammami konnte von Passagieren überwältigt werden und die Maschine schließlich in Saudi-Arabien von einem anderen Piloten, der zufällig als Fluggast an Bord war, notgelandet werden.
Der Verdächtige wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten verhaftet und wird dort verhört. Er erklärte den Ermittlern, er habe beabsichtigt, den Flug nach der Ausschaltung des Kapitäns normal fortzusetzen. Dann habe er die Maschine auf dem Flughafen abstürzen lassen wollen. Durch die Beibehaltung des Kurses hatte er gehofft, dass niemand im Flugzeug bemerkt, dass er das Flugzeug unter seiner Kontrolle hat und so an der Ausführung seines Planes hindern kann.
Er wartete deshalb, bis sich das Flugzeug über Jordanien befand, um den Piloten Smit Machchhar anzugreifen. Diesem gelang es jedoch, schwer verletzt die Cockpittür zu öffnen – dadurch konnten Passagiere einschreiten und den Verdächtigen überwältigen.
Mutmaßlicher Täter spähte Flughafen zuvor aus
Al Hammami dürfte bereits seit Längerem den Anschlagsplan gehabt haben: Bereits im Juli wollte der Copilot ein Flugzeug zum Absturz bringen. Erst im letzten Moment kam er von diesem Vorhaben ab, weil sich ein Freund unter den Besatzungsmitgliedern befand. Zuvor hatte er den Flughafen ausgespäht und Informationen für seinen Anschlagsplan gesammelt.
Channel 13 zitierte den Verdächtigen aus seinem Verhör mit den Ermittlern: „Ich habe recherchiert, welche Fluggesellschaft nach Tel Aviv fliegt. Deshalb habe ich mich für Flydubai entschieden. Ich hatte das schon geplant, bevor ich überhaupt angenommen wurde“, hatte der Copilot erklärt.
Als Passagiere von dem Kampf im Cockpit mitbekommen hatten und eingeschritten waren, ließ Al Hammami von seinem ursprünglichen Plan ab. Er versuchte daraufhin, die Maschine in einen Sturzflug zu bringen, um sie in der Wüste abstürzen zu lassen. Zudem versuchte er, die Steuerung zu zerstören, um zu verhindern, dass jemand anderer das Flugzeug stabilisieren und landen kann.
Cockpit war laut Augenzeugen zeitweise verwaist
Ein Passagier schilderte die wilden Szenen im Flugzeug – das Cockpit sei zeitweise verwaist gewesen. „Im Cockpit war niemand“, sagt der israelische Geschäftsmann Tal. Er habe gesehen, dass ein Pilot verletzt sei, ein anderer in einen Kampf verwickelt gewesen sei. Zugleich habe das Flugzeug massiv an Höhe verloren.
Er habe dann zwei neben sich sitzende Piloten ins Cockpit gebracht, die den Flug landeten. Diese reagierten dem Augenzeugen zufolge aber nur widerwillig: „Ich musste sie schütteln, damit sie nach vorn gingen und die Kontrolle über das Flugzeug übernahmen, weil es im Sturzflug war.“ Einer der beiden sei schließlich nach vorn gegangen und habe die Kontrolle übernommen. Der Zweite habe länger gebraucht, um sich von dem Schock zu erholen.
Verdächtigen droht Todesstrafe
An Bord des Flugzeuges befanden sich 180 Passagiere, die meisten davon Israelis. Der verdächtige Angreifer und der angegriffene Pilot Machchhar wurden nach der Notlandung in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Letzterer wurde dort medizinisch behandelt. Dem mutmaßlichen Angreifer droht nun die Todesstrafe, wie „Ynet“ berichtete.

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