Österreichweit sitzen die Kartoffel-Bauern heuer auf dem Trockenen. Nicht nur fallen die Knollen in dieser Ernte deutlich kleiner aus – die Trockenheit und der Drahtwurm verkleinerten den Betrag enorm, wie ein Lokalaugenschein im Weinviertel zeigt.
Was sonst prall und erdig auf den Tellern landet, ist heuer vielerorts zur Mangelware geworden. Die erbarmungslose Hitze und monatelange Trockenheit haben den heimischen Erdäpfeln schwer zugesetzt.
Als wäre das nicht genug, fraß sich auch noch der Drahtwurm durch die wertvollen Knollen. Die Bilanz ist ernüchternd: Statt der rund 813.000 Tonnen des Vorjahres bleiben heuer gerade einmal 468.000 Tonnen. Ein durchschnittliches Erntejahr bringt etwa 700.000 Tonnen.
Drahtwurm frisst sich durch die Ernte
Nach einem zunächst guten Start im Frühjahr gerieten die Bestände ab Juni zunehmend unter Hitzestress. Die erhoffte Entspannung durch die Septemberregen kam für viele Knollen zu spät. Zusätzlich hinterließ der Drahtwurm tiefe Fraßspuren. Befallene Erdäpfel müssen aufwendig aussortiert werden – ein enormer Mehraufwand für die Bauern, die ohnehin mit deutlich geringeren Erträgen und hohen Kosten kämpfen. Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Lorenz Mayr warnt vor einer doppelten Belastung.
Heimische Knollen unter Preisdruck
Auch am Markt wächst die Sorge. IGE-Obmann Michael Bachl fordert faire Erzeugerpreise und warnt davor, heimische Erdäpfel durch billigere Importware zu verdrängen, solange österreichische Ware verfügbar ist. Zugleich appelliert die Branche an die Konsumenten, auch kleinere Knollen zu kaufen. Denn Geschmack und Qualität hängen nicht von der Größe ab. Wer auf österreichische Herkunft und das AMA-Gütesiegel achtet, unterstützt die heimischen Bauern.
Ohne Wasser und Pflanzenschutz droht der Rückzug
Besonders alarmierend ist eine Branchenumfrage: 40 Prozent der befragten Betriebe wollen ihre Anbauflächen reduzieren, wenn wirksame Mittel gegen den Drahtwurm ausbleiben. Weitere elf Prozent erwägen sogar den vollständigen Ausstieg aus dem Erdäpfelbau. Geschäftsführerin Anita Kamptner sieht darin ein deutliches Warnsignal.
Neben praxistauglichem Pflanzenschutz wird damit vor allem Wasser zur Überlebensfrage. Effiziente Bewässerung, neue Sorten und eine langfristige Wasserinfrastruktur sollen die heimische Produktion absichern. Denn wenn auch künftig österreichische Erdäpfel auf den Tellern landen sollen, brauchen die Bauern nicht nur Durchhaltevermögen, sondern vor allem verlässliche Rahmenbedingungen.
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