„Krone“-Stopplicht

Das Nationalteam sucht den Weg nach vorne

Fußball International
03.10.2026 09:20

In der Halbzeitpause trudelte die Mail eines treuen Lesers in der Redaktion ein: „Wo bleibt das hohe Energielevel?“, kommentierte er das 0:2. „Ich geh‘ ins Bett und nehme mir ein Buch mit.“ Knapp 800.000 Zuschauer ließen ORF 1 allerdings eingeschaltet und wurden mit einem verrückten Match belohnt.

(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Nach dem mut- und harmlosen Auftreten in den ersten 45 Minuten zeigte Österreich ein völlig anderes Gesicht – ein Comeback, das eigentlich untypisch für den heimischen Fußball ist. Früher wäre es nach einem 0:2-Rückstand wohl weiter bergab gegangen, in Dublin legte Rot-Weiß-Rot jedoch den Schalter um.

Teamchef Ralf Rangnick bewies mit seinen Jokern ein glückliches Händchen. Seine Elf überzeugte mit enormer Moral, Willensstärke und einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die sowohl den Teamgeist als auch die Qualität in der Kaderbreite widerspiegelt.

Ein versöhnlicher Abend: Mit dem 2:2 festigte Österreich Platz eins. Doch von Feierlichkeiten keine Spur, die Truppe übte Selbstreflexion. Rangnick ärgerte sich über das erste Gegentor und vermisste in Hälfte eins die „geistige Frische“, während die Spieler die Fehler genau analysieren wollen. Keine Ausreden – sogar außerhalb der Kabine wird Klartext gesprochen. Ein Zeichen mentaler Stärke. Das Team versteckt sich nicht, sondern sucht den Weg nach vorne.

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