Trübe Aussichten

Arbeitsmarkt: Hoffen auf den Aufschwung

Vorarlberg
01.10.2026 18:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Jeden Monat veröffentlicht das Vorarlberger Arbeitsmarktservice (AMS) die Zahlen zum Jobmarkt. Leider können die Verantwortlichen weiterhin keine Positivnachricht vermelden.  

Der Leiter der Vorarlberger AMS-Landesgeschäftsstelle Bernhard Bereuter spricht Klartext: „Die erwartete Belebung des Arbeitsmarktes verzögert sich weiter. Solange die Konjunktur nicht nachhaltig an Dynamik gewinnt und die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften verhalten bleibt, ist auch in den kommenden Monaten mit steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen“, erklärte er am Donnerstag. Eine klare Sprache sprechen auch die Zahlen: Derzeit sind in Vorarlberg 11.343 Personen ohne Job gemeldet, das sind 7,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit einer spürbaren Verbesserung der Lage sei erst dann zu rechnen, wenn sich die industrielle Nachfrage belebe. Denn die Industrie ist jene Branche, in der es mit 1,8 Prozent den stärksten Arbeitsplatz-Rückgang zu verzeichnen gab. Zudem arbeitet ein Viertel aller Beschäftigten im Ländle in der Industrie.

Angebot und Nachfrage decken sich nicht
Eine weitere Herausforderung bringt das sogenannte Mismatch auf dem Arbeitsmarkt mit sich: Angebot und Nachfrage passen einfach nicht ausreichend zusammen. So suchen zwar viele Unternehmen neue Arbeitskräfte, finden aber keine für sie idealen. Während nämlich bei rund 73 Prozent der 3608 gemeldeten offenen Stellen ein Lehrabschluss oder eine höhere Qualifikation gefordert wird, verfügen 46 Prozent der arbeitslosen Personen maximal über einen Pflichtschulabschluss. Nicht zuletzt deswegen will Bereuter unbedingt weiter auf Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen setzen.

Zitat Icon

Die erwartete Belebung des Arbeitsmarktes verzögert sich weiter.

Bernhard Bereuter, AMS Vorarlberg

Schere zwischen Jung und Alt
Mit 6,2 Prozent hat Vorarlberg aber immer noch die viertniedrigste Arbeitslosenquote (Österreich 7,1 Prozent). Nur Tirol (4,1 Prozent), Salzburg (4,3 Prozent) sowie Oberösterreich (5,1 Prozent) schneiden besser ab. Um über 10 Prozent stieg die Arbeitslosenquote bei Jobsuchenden, die älter als 50 Jahre sind – ein alarmierender Wert. Bei Menschen unter 25 Jahren stieg die Zahl hingegen um „nur“ 1,9 Prozent.

Große Unterschiede bei Branchen
Interessant ist auch ein Blick in die einzelnen Branchen: Während es bei Büroberufen (+186), den Handelsberufen (+141), den Technikern (+94) sowie den Gesundheitsberufen (+73) zu einer Zunahme der Menschen ohne Stelle kam, gab es in anderen Branchen auch Rückgänge. So etwa bei den Hilfsberufen (-41), der Holzver- und -bearbeitung (-14), den Textilberufen (-10) sowie der Papierherstellung (-6). Zu einer Verbesserung – zumindest um 3,8 Prozent auf insgesamt 888 Personen – kam es auch bei den Flüchtlingen auf Jobsuche.

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