Eigentlich hätte die durch mehrere Murenabgänge arg in Mitleidenschaft gezogene Silvretta Hochalpenstraße erst im Jahr 2030 wieder für den Verkehr freigegeben werden sollen – nun könnte die beliebte Ausflugsstraße aber ein Jahr früher schon wieder befahrbar sein.
Die Silvretta-Hochalpenstraße zwischen Vorarlberg und Tirol könnte laut Eigentümerin illwerke vkw AG bereits 2029 wieder öffnen, bisher wurde 2030 genannt. Die für Tourismus und Kraftwerksbetrieb wichtige Verbindung ist seit 2024 nach Muren für umfangreiche Instandhaltungs- und Sicherungsmaßnahmen gesperrt. Zuletzt hatte auch Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) mit Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen im Montafon auf eine raschere Öffnung gedrängt.
Geologische Untersuchungen machten nach den Naturereignissen deutlich, dass für eine dauerhafte Öffnung weitere Schutz- und Überwachungsmaßnahmen nötig sind. Die illwerke vkw erarbeiteten daher ein langfristiges Konzept: Nach drei Bausaisonen 2027 bis 2029 sollte im Sommer 2030 die Freigabe für den öffentlichen Verkehr erfolgen, so die Ankündigung im Frühjahr. Am Donnerstag teilte der Energiekonzern nun mit: „Ziel ist es, die Straße vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen und der notwendigen Aufsichtsratsbeschlüsse möglichst 2029 wieder für den betrieblichen und den öffentlichen Verkehr zu öffnen.“ Mit Unterstützung eines Universitätsprofessors habe man die Maßnahmen so weit optimiert, dass kleiner dimensionierte Schutzbauten möglich würden. „Dadurch eröffnet sich die Perspektive, die Straße wieder früher zugänglich zu machen“, so Vorstandsmitglied Gerd Wegeler.
Der zu sichernde Abschnitt sei mehrere Kilometer lang. Die Maßnahmen müssten auf die geologische Situation abgestimmt und genehmigt werden. Zudem seien Arbeiten im Hochgebirge nur während weniger Monate im Jahr möglich, daher „bleibt der Zeitplan anspruchsvoll“, hieß es. Man treibe derzeit die Detailplanung mit externen Fachleuten voran. Sobald belastbare Ergebnisse vorlägen, wollen die illwerke vkw im Frühjahr 2027 die nötigen Beschlüsse fassen und über die weiteren Schritte sowie den Zeitplan informieren. Der betroffene Bereich sei intensiv untersucht und gesichert worden, zwischen den Kehren 13 und 14 seien die Arbeiten bereits abgeschlossen. Die Sicherheit der Straßenbenutzer stehe an erster Stelle, hieß es.
Jeden Winter gesperrt
Die rund 22 Kilometer lange, bei Ausflüglern beliebten Straße mit der Bielerhöhe auf 2.037 Metern als höchstem Punkt ist traditionell wegen Lawinen- und Steinschlaggefahr jeden Winter gesperrt, sie öffnet üblicherweise Ende Mai oder Anfang Juni. Im Juli 2024 gingen ein Felssturz und eine Mure zwischen den Kehren 13 und 14 nieder. Seither war die Straße bis auf wenige Wochen gesperrt. Weitere Schadensereignisse im Sommer 2025 brachten neue Gefährdungslagen an anderen Stellen zum Vorschein, was eine weitere Sperre und die Ausarbeitung eines Langfrist-Konzepts nötig machte, um die Sicherheit der für den Kraftwerksbetrieb und den Tourismus wichtigen Straße gewährleisten zu können.
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