Unwürdige Prügelei unter Frauen vor der Wiener Millennium City bringt Schwestern (21, 30) vor die Richterin. Die Kinder einer Täterin und jene des Opfers mussten das Gerangel mitansehen. Als eines sich einmengte, wurde es in den Oberschenkel gebissen.
Trotz einer einstweiligen Verfügung über ein Annäherungsverbot, kam es vor der Millennium City in der Brigittenau am 29. April zu einer Begegnung zweier verfeindeter Frauen. „Sie war unterwegs zu mir, mit Tochter und Kinderwagen“, schildert die Erstangeklagte.
Abgebrochener Nagel steckte in ausgerissenem Haarbüschel
Die Frau habe „Ich bring dich um geschrien“ und sie angegriffen. Weshalb die Rumänin ihre ältere Schwester zur Hilfen rief, die ebenfalls mit Tochter und Kinderwagen unterwegs war. Als diese am Schauplatz eintraf, war die Polizei bereits vor Ort, um die Frauen-Rauferei zu schlichten – kein Grund für die Schwester, sich nicht auch noch einzumengen: „Sie ist hingestürmt und hat das Opfer komplett umgerissen. Dann hat sie ihr ein dickes Büschel Haare ausgerissen. Da steckte dann ein abgebrochener Gelnagel von ihr drin“, erinnert sich ein Polizist als Zeuge im Landl.
All das vor den Augen der Kinder. Die elfjährige Tochter des Haarbüschel-Opfers bekam es mit der Angst zu tun: „Ich wollte meiner Mutter helfen, weil ihr niemand anderer geholfen hat. Dann hat sie mich fest in den Oberschenkel gebissen“, sagt sie in Richtung der Zweitangeklagten.
Auf dem Bild liegen Sie alle am Boden. Wer begonnen hat, weiß ich nicht. Das wirkliche Opfer ist die Tochter.

Richterin Daniela Zwangsleitner
Bild: Reinhard Holl
Die mit ihrer Schwester wegen versuchter schwerer Körperverletzung angeklagt ist. „Ich hab das Kind nicht angegriffen. Damit habe ich nichts zu tun“, behauptet die Rumänin.
Doch auch die Mutter des Mädchens kann Richterin Daniela Zwangsleitner nicht schlüssig erklären, wie es abgelaufen ist und warum sie trotz Annäherungsverbot auf die Erstangeklagte traf.
Angeklagte Frauen müssen Sozialstunden leisten
Frau Rat projiziert ein Bild des Vorfalls auf die Bildschirme: „Na gut, da liegen Sie alle am Boden“, zuckt sie mit den Schultern und ergänzt: „Wer begonnen hat, weiß ich nicht. Das wirkliche Opfer ist die Tochter.“
Die Elfjährige bekommt 100 Euro Schmerzensgeld, die Schwestern kommen mit Diversion davon, müssen 90 beziehungsweise 70 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
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