Aus der Begegnung mit einer verletzten Straßenkatze wurde ein Tierschutzprojekt auf der Halbinsel Sinai. Für dieses wird die Vorarlberger Aktivistin Sandy P. Peng am Welttierschutztag mit dem „Goldenen Fressnapf“ ausgezeichnet.
Eigentlich wollte Sandy P. Peng 2024 auf der Sinai-Halbinsel Urlaub machen, zur Ruhe kommen, tauchen und Zeit in der Natur verbringen. Doch wenige Tage nach ihrer Ankunft begegnete ihr eine schwer verletzte Katze. Dies sollte die Initialzündung für ein neues Tierschutzprojekt werden. Für ihr Engagement mit „Project Sinai“ wird die Vorarlberger Aktivistin nun am Welttierschutztag mit dem „Goldenen Fressnapf“ ausgezeichnet. Doch zurück zum Anfang: Rund zwölf Zentimeter lang war die Wunde, die sich vom Rücken der Katze über die gesamte rechte Körperseite bis zur Innenseite eines Beins zog. An der breitesten Stelle klaffte das Gewebe drei bis vier Zentimeter auseinander. Zugleich war der Vierbeiner stark abgemagert. „Trotz ihres fürchterlichen Zustands zeigte die Katze einen bemerkenswerten Lebenswillen“, berichtet Sandy P. Peng.
Kastrationen, um das Leid zu reduzieren
Nach der Operation brachte die Aktivistin den Vierbeiner fast täglich zur Wundversorgung in die Tierklinik. Dabei bekam die Vorarlbergerin zunehmend Einblick in das Ausmaß des Leids, dem unzählige Straßenkatzen in Dahab ausgesetzt sind, und beschloss kurzerhand, aktiv zu werden. Gemeinsam mit Dominique Steiger und Hans Weiland gründete Sandy P. Peng im Oktober 2024 „Project Sinai“. Das gemeinsame Ziel: möglichst vielen Tieren zu helfen und gleichzeitig langfristig etwas an den Lebensbedingungen der freilebenden Katzen zu verändern. Um das zu erreichen, wird beim „Project Sinai“ sowohl auf die medizinische Versorgung akut verletzter und kranker Tiere sowie auf Kastrationen gesetzt. Die Katzen werden eingefangen, kastriert/sterilisiert und anschließend wieder in ihr vertrautes Umfeld zurückgebracht. Auf diese Weise wird unmittelbare Hilfe geleistet und der Grundstein dafür gelegt, dass neues Tierleid durch Überpopulation möglichst gar nicht erst entstehen kann.
Die Zahlen zeigen, wie umfangreich die Arbeit inzwischen geworden ist. Bis Ende August 2026 konnten laut der Initiatorin über 1000 Behandlungen an rund 600 Katzen ermöglicht werden, darunter 359 Sterilisationen. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist laut Sandy P. Peng zudem die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Viele möchten ihre Tiere medizinisch versorgen oder kastrieren lassen, können die Kosten dafür jedoch nicht stemmen und werden daher unterstützt. Diese Zusammenarbeit schafft Vertrauen, stärkt das Bewusstsein für Tierschutz und zeigt, dass nachhaltige Veränderung gemeinsam möglich ist.
Hinter „Project Sinai“ steht mittlerweile ein dreiköpfiges Team, dessen Mitglieder unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Die gebürtige Schweizerin Dominique Steiger lebt seit vielen Jahren in Dahab und engagiert sich dort ehrenamtlich in der Tierklinik. Sie ist bestens mit dem lokalen Tierschutznetzwerk vertraut und bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen Veterinären, Tierschützern und der Bevölkerung. Der gebürtige Wiener Hans Weiland lebt ebenfalls in Dahab und kümmert sich vor allem um die finanziellen und buchhalterischen Belange des Projekts, ist aber ebenfalls regelmäßig in der Tierklinik und übernimmt einen großen Teil der Kommunikation. Peng selbst bringt vor allem ihre Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit ein. Sie unterstützt „Project Sinai“ finanziell, organisiert und beschafft medizinisches Material und arbeitet während ihrer regelmäßigen Aufenthalte in Dahab auch direkt vor Ort mit.
Seit vielen Jahren ein großes Herz für Tiere
Die Vorarlbergerin engagiert sich bereits seit vielen Jahren für den Tierschutz. 2015 gründete sie ihr eigenes Label für fair produzierte Tierschutz-Statement-Mode und nutzt ihre öffentliche Präsenz, um auf Tierrechtsthemen aufmerksam zu machen. Ihr Engagement reicht von Kampagnen gegen Pelz und Walfang bis zur Unterstützung von verschiedenen Organisationen. Mit „Project Sinai“ ist ein weiterer Schwerpunkt hinzugekommen, der unmittelbare Hilfe mit langfristiger Prävention verbindet. Für dieses Engagement erhält Sandy P. Peng nun den „Goldenen Fressnapf“. Die von der Fressnapf-Gruppe im Rahmen der Initiative „Tierisch engagiert“ vergebene Auszeichnung macht besondere Leistungen im Tierschutz sichtbar und unterstützt die ausgezeichneten Projekte.
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