Aufreger bei der Wiesn

Zuerst Palästina-Rufe, dann Ohrfeige für Politiker

Ausland
01.10.2026 16:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Dass es auf dem Münchner Oktoberfest in Festzelten zu einem Handgemenge kommt, gehört quasi zum Programm. Doch diese „Watschn“ ist ein politischer Eklat. Kassiert hat die Ohrfeige ein liberaler Stadtrat von einem weiblichen Gast der Linkspartei ...

Der Schlag soll sich vor wenigen Tagen ereignet haben und hat für die letzten Wiesn-Tage bemerkenswerte Konsequenzen: Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) hat der Fraktion der Linken für das restliche Oktoberfest den Tisch in der sogenannten Ratsboxe entzogen.

Eine Frau, die am Tisch der Linken-Fraktion Platz nahm, soll den Fraktionsvorsitzenden der FDP im Stadtrat, Jörg Hoffmann, geschlagen haben. Der Auslöser: eine Debatte um Israel und Palästina. Es sei auch Alkohol im Spiel gewesen, heißt es. 

„Free Palestine“-Rufe lösten Debatte aus
„Die Mitarbeiter im Rathaus und alle Parteien haben dort Tische, die sie nutzen können. Die Stimmung ist immer sehr schön und friedlich, man sitzt parteiübergreifend zusammen“, erklärte eine FDP‑Lokalpolitikerin der „Bild“. Am Nachbartisch der Linken hätten jedoch „junge Menschen“ Palästina-Tücher geschwungen, ein Plakat mit einer Wassermelone platziert und zur Melodie des Songs „Sweet Caroline“ die Parole „Free Palestine“ gesungen.

Der Andrang auf das Münchner Oktoberfest ist auch heuer wieder enorm.
Der Andrang auf das Münchner Oktoberfest ist auch heuer wieder enorm.(Bild: AFP/TOBIAS SCHWARZ)

Hoffmann erklärte: „Es war eine sehr unangenehme Situation. Ich habe mir das eine Weile angeschaut, aber dann dachte ich: Das geht so nicht.“ Er habe die Gruppe angesprochen und anschließend die Zeltleitung informiert. Die Gäste hätten ihre Plätze räumen müssen, doch einige Frauen seien später an seinen Tisch zurückgekommen. „Sie bauten sich vor mir auf, nannten mich Völkermörder und Genozid-Freund. Dann hat sie mir eine Watschn gegeben.“

Linke-Chef entschuldigt sich bei Stadtrat
Stefan Jagel, der Fraktionsvorsitzende der Linke, habe sich bereits dem liberalen Stadtrat entschuldigt. „Was mir geschildert wurde, ist ein No-Go. Ich bin auch persönlich sehr angefasst“, so Jagel. Die Frau sei einen Freundin eines Parteikollegen gewesen und „zufällig“ am Tisch gesessen. 

„Sie ist kein Mitglied der Linken oder der Linksjugend. Das Ganze wird Konsequenzen haben. Die Betreffenden werden keinen Tisch mehr über unsere Fraktion bekommen“, stellte der Linkspolitiker klar. Er werde auch das persönliche Gespräch mit der Frau suchen. Der Rauswurf seiner Partei sei „ärgerlich“ – er könne die Entscheidung aber nachvollziehen. 

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