Die Bildungspolitik hat im Tiroler Landtag für einen heftigen Schlagabtausch gesorgt. Die NEOS drängten auf eine auf sechs Jahre erweiterte Volksschule. ÖVP ist dagegen, die Liste Fritz sieht sowohl bei ÖVP als auch SPÖ Widerstand gegen Veränderungen. Und die FPÖ setzt dagegen auf Leistung.
Die Neos haben die aktuelle Stunde im Landtag genutzt, um über die Verlängerung der Volksschulzeit – von vier auf sechs Jahre – zu diskutieren. Ihr Argument: „Mit zehn Jahren wird in Österreich zu früh über den weiteren Bildungsweg entschieden. Außerdem braucht es ein Schulsystem, das zu den Fähigkeiten der Kinder passt, unabhängig davon, wie sie heißen“, sagte Neos-Klubobfrau Birgit Obermüller.
Schule soll ein Ort sein, an dem die Herkunft nicht über die Zukunft entscheidet.

Zeliha Arslan, Landtagsabgeordnete der Grünen
Bild: Johanna Birbaumer
Wenn Herkunft über Chancen entscheidet
In diese Kerbe schlug auch die Abgeordnete Zeliha Arslan (Grüne): „Schule soll ein Ort sein, an dem die Herkunft nicht über die Zukunft entscheidet.“ Anstatt Strukturprobleme anzugehen, warf die Abgeordnete der Regierung vor, „mit dem Verschleierungsverbot von den eigentlichen Problemen abzulenken“.
ÖVP bremst bei der Bildungsreform
Die VP hielt dagegen. Dass sich Chancengleichheit und Leistung über eine verlängerte Volksschulzeit erzielen ließen, sah sie nicht. „Ich glaube nicht, dass das Hinausschieben eines Zeitpunktes unsere Probleme löst“, konterte Bildungslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP).
Ich glaube nicht, dass das Hinausschieben eines Zeitpunktes unsere Probleme löst.

Bildungslandesrätin Cornelia Hagele
Bild: Johanna Birbaumer
Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) machte deutlich: „Seit Mitte der 1970er werden Gebäude so gebaut, dass alle Klassen Platz haben. Das mit einem neuen Modell zu sprengen, obwohl ein funktionierendes und differenzierendes Modell besteht – das verstehe ich nicht.“ Die Liste Fritz kritisierte hingegen „diese Abwehrhaltung“ der ÖVP: „Infrastruktur kann nicht die Antwort auf eine pädagogische Frage sein“, sagte Parteiobfrau Andrea Haslwanter-Schneider.
FPÖ: Leistung als Schlüssel zum Erfolg
Für die FPÖ stehen Leistung, Deutschkenntnisse und Disziplin im Mittelpunkt. „Laut der PISA-Studie 2025 gehören 28 % sowohl in Mathematik als auch beim Lesen zur leistungsschwachen Gruppe“, sagte FPÖ-Abgeordnete Gudrun Kofler. Weiters meinte sie: „Deutsch ist die Voraussetzung für unser Bildungssystem.
Wer mit seinen Kindern dauerhaft in Österreich leben möchte, hat die Verantwortung dafür, dass die Kinder die Landessprache sprechen.“ Dies müsse konsequent eingehalten und sonst sanktioniert werden. Die Schulen würden nur noch verwaltet werden, anstatt Voraussetzungen so zu gestalten, dass Lehrer unterrichten können“, so die Abgeordnete.
Deutsch ist die Voraussetzung für unser Bildungssystem.

Gudrun Kofler, FPÖ-Abgeordnete
Bild: FPÖ Tirol
Die SPÖ und die Grünen warfen der FPÖ vor, Kinder für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Sie sprachen die erst kürzlich veröffentlichte Namensliste an. Der FPÖ-Politiker Fabian Walch stellte ein Foto einer Klassen-Namensliste einer Pflichtschule online – und knüpfte daran einen Aufruf zur „Remigration“.
Zeliha Arslan machte klar: „Kinder mit Migration sind eine zusätzliche Herausforderung, aber nicht die Ursache des Problems.“ Die Debatte zeigte: Bei den Problemen herrschte Einigkeit, beim Weg zur Schule der Zukunft noch nicht.
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