Trotz Umdenken in ÖVP

War‘s das mit der Vision einer gemeinsamen Schule?

Tirol
04.04.2026 06:00

In Tirol und Vorarlberg sind die ÖVP-dominierten Landesregierungen offen für die Idee einer gemeinsamen Schule. Doch weiter geht in der Sache nichts. Warum eigentlich nicht, wo sich doch derzeit besondere Chancen ergeben?

Knapp 240 Tiroler Mädchen und Buben mit AHS-Reife haben heuer keinen Platz im Wunschgymnasium ergattert. Ein Drama für viele Familien. Trotz mantraartiger Betonung der guten Qualität heimischer Mittelschulen durch Politik und Bildungsbehörden werden Mittelschulen von vielen nur als zweitbeste Lösung gesehen.

In einem Leserbrief in der „Krone“ rief Markus Astner, AHS-Lehrer und Gründer der Initiative Zukunft-Schule-Jetzt, die scheinbar vergessene Idee einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen in Erinnerung. Bildungsexperten treten für das Konzept ein. Ernsthaft diskutiert wird es schon lange nicht mehr.

Das Kuriose: Die Chancen für eine Umsetzung waren vielleicht noch nie so gut wie jetzt. In Österreich haben sich zuletzt auch vermehrt ÖVP-Politiker – vor allem aus Tirol und Vorarlberg – offen für eine gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen gezeigt. Wer die Geschichte hinter dem ideologisch aufgeladenen Thema kennt, weiß um die Besonderheit dieser Bereitschaft.

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Jetzt wäre eine einmalige Chance da, gemeinsam für diese Sache einzutreten.

Elisabeth Mayr, Vize-BM Innsbruck (SPÖ)

Jeder Vorstoß erstickt im Keim
Und dennoch: alle Vorstöße ersticken im Keim. So wie der Vorarlberger Versuch, das gesamte Bundesland zu einer Pilotregion zu machen. In Tirol ist das Bekenntnis zur gemeinsamen Schule sogar Teil des Koalitionspapiers von ÖVP und SPÖ. Die West-Bundesländer sind also offen. Und sie haben heuer je ein halbes Jahr den Bundesländer-Vorsitz inne. „Das wäre eine einmalige Chance, gemeinsam für diese Sache einzutreten“, meint Innsbrucks Vize-BM und Bildungsreferentin Elisabeth Mayr (SPÖ). Sie vermisst bei diesem Thema die sonst viel beschworene „Westachse“.

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Es gibt erste Signale – etwa durch das Pilotprojekte zur sechsjährigen Volksschule –, die darauf hindeuten, dass seitens des Bundes  Bewegung entsteht.

Cornelia Hagele, Tiroler Bildungs-Landesrätin (ÖVP)

Innsbruck kommt auch nicht weiter 
Ohne die geht es nicht. Das muss Mayr wohl oder übel zur Kenntnis nehmen. Die Vize-Bürgermeisterin will Innsbrucks Gymnasien und Mittelschulen enger verknüpfen. Doch allzu viel ist in der Sache bisher nicht weitergegangen. „Wir brauchen das Land und den Bund“, konstatiert Mayr und fragt sich, wo die vom Land angekündigte Arbeitsgruppe geblieben ist. Die zuständige Bildungs-Landesrätin Cornelia Hagele (ÖVP) verweist – einmal mehr – auf den Bund: „Dieser ist gefordert, eine entsprechende Basis zu schaffen, bevor eine solche Arbeitsgruppe eingerichtet werden kann.“

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) will die Volksschule auf sechs Jahre ausdehnen. Ist das der machbare Kompromiss? Möglicherweise. Wohl eher kommt aber auch dieses Vorhaben über eine Pilotphase nicht hinaus.

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