Nach RH-Kritik

Marke Vorarlberg: Die Idee bleibt, das Logo geht

Vorarlberg
01.10.2026 05:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die ÖVP zieht nach dem verheerenden Rechnungshof-Bericht zur „Marke Vorarlberg“ ein wenig an der Notbremse. Doch die Oppositionsparteien des Vorarlberger Landtags fordert weit mehr als nur ein gestrichenes Logo.

Der verheerende Bericht des Landesrechnungshofes zur „Marke Vorarlberg“ sorgt nach wie vor für Wirbel. Die Prüfer um Rechnungshofchefin Brigitte Eggler-Bargehr hatten dem Marketingkonstrukt und den verantwortlichen Mitgliedern der Landesregierung ein denkbar schlechtes Zeugnis ausgestellt: Satte 18,4 Millionen Euro flossen in den vergangenen neun Jahren in die Initiative, fast sechs Millionen davon allein in Strategie und Markenmanagement – und das ohne klare Zielvorgaben oder fundierte Wirkungsmessung.

ÖVP angefressen
Die Reaktion von Landeshauptmann Markus Wallner fiel beinahe ein wenig beleidigt aus. „Verkürzte Schlagzeilen und deren hysterische politische Instrumentalisierung“ würden keineswegs dazu beitragen, einen Standort zu stärken, hieß es in einer Aussendung des Landes. Eine Konsequenz zog die ÖVP dann aber doch: Die Bildmarke der „Marke Vorarlberg“ ist Geschichte, das Markenmanagement wird in der bisherigen Form nicht weitergeführt.

Gleichzeitig werden die Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (Wisto) und Vorarlberg Tourismus die Ausrichtung einer gemeinsamen Standortmarke fortsetzen, um das Ländle als integrierten Wirtschafts-, Tourismus- und Lebensraum zu positionieren. „Überaus erfolgreiche“ und „breit unterstützte“ Chancenprojekte wie „Kinder.Essen.Körig“, die Caritas-Lerncafés oder die „Tägliche Bewegungseinheit“ würden selbstverständlich weitergeführt – direkt koordiniert vom Amt der Vorarlberger Landesregierung.

Veronika Marte.
Veronika Marte.(Bild: Land Vorarlberg)

ÖVP-Klubobfrau Veronika Marte bemühte sich am Mittwoch um Schadensbegrenzung und fasste die neue Linie gewohnt optimistisch zusammen: „An der Idee, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu machen, halten wir fest. Die Chancenprojekte sind ein Erfolgsmodell.“ Einsichtig zeigte sie sich, was die Marketingkomponente betrifft: „Wir müssen uns eingestehen, dass die Marke als Marketinginstrument nicht den Erfolg erzielt hat, den wir uns erhofft haben.“ Ihr Resümee: „Die Idee bleibt, das Logo geht.“

Claudia Gamon: „Das ist Augenauswischerei“
Die Ankündigung, künftig das Logo wegzulassen, wirkt reichlich skurril, da es in den vergangenen Jahren ohnehin nicht verwendet wurde. Folglich ließen die Reaktionen der Opposition nicht lange auf sich warten: Neos-Klubobfrau Claudia Gamon warf der Landesregierung Augenauswischerei vor. „Der Rechnungshof empfiehlt die Einstellung. Ein Logo zu streichen und ansonsten weiterzumachen wie bisher, greift da deutlich zu kurz“, polterte sie. Für sinnvolle Initiativen brauche es keine teure Marke, kein aufgeblähtes Management und erst recht keine „fragwürdige Parallelstruktur“ bei der Wisto.

Die Grünen verlangten eine vollständige Aufklärung über „fragwürdige Geldflüsse“ im Zusammenhang mit der „Marke Vorarlberg“. Die Abgeordnete Eva Hammerer erinnerte daran, dass rund eine Million Euro, die für Kinder-Projekte vorsehen war, zur Budgetsanierung verwendet wurde.

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