Im Volkswirtschaftlichen Ausschuss des Vorarlberger Landtags prallten am Mittwoch zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen von Verkehrspolitik aufeinander: Während Schwarz-Blau den nächtlichen Güterverkehr beschleunigen will, verlangen die Grünen endlich Geld und Pläne für mehr Sicherheit für Radler in Lustenau.
Was den Lkw-Verkehr auf der Walgau- und Rheintal-Autobahn betrifft, wollen ÖVP und FPÖ die in der Nacht geltende Geschwindigkeitsbeschränkung für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen von 60 auf 80 km/h anheben. ÖVP-Klubobfrau Veronika Marte begründet den Vorstoß mit dem technischen Fortschritt: „Die bestehende Regelung stammt aus einer Zeit, in der Fahrzeugtechnik und Lärmschutz noch auf einem völlig anderen Stand waren. Heute sind moderne Nutzfahrzeuge deutlich weiterentwickelt und entlang unserer hochrangigen Verkehrswege wurden umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt.“
Riskante Überholmanöver
Das aktuelle Limit von 60 km/h schaffe zudem neue Gefahren. Weil Autos nachts viel schneller unterwegs seien als Lkw, komme es oft zu riskanten Überholmanövern. Fahren die Lastwagen 80 km/h, fließe der Verkehr gleichmäßiger. Zudem helfe das höhere Tempo den Fahrern, auf langen Nachtfahrten aufmerksam zu bleiben.
Für mehr Verkehrssicherheit sind auch die Grünen. Deren Fokus richtet sich allerdings auf die unfallträchtige Verbindung zwischen dem Anschluss Dornbirn West und der Schweizer Autobahn. Im Ortsgebiet von Lustenau war es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen gekommen, bei denen Radfahrer tödlich verletzt worden waren. Auf einem Verkehrsgipfel wurden deshalb vor Kurzem verschiedene Maßnahmen überlegt. An deren schnelle Umsetzung will Grünen-Klubobmann Daniel Zadra allerdings nicht so recht glauben.
Grüne blitzten mit Anträgen ab
Er warf der Landesregierung vor, die Bevölkerung mit „salbungsvollen Worten“ abzuspeisen. Wie genau die Maßnahmen bezahlt und wann sie gebaut werden, lasse die Regierung nämlich völlig offen. Die Grünen pochten auf bauliche Trennungen von Radverkehr und motorisierten Verkehr, sichere Kreuzungen sowie Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Landesstraße. „Derartige Maßnahmen retten Menschenleben. Hier zu sparen ist fahrlässig“, meinte Zadra. Sein Ansinnen wurde dennoch abgelehnt.
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