Damit sich der Fachärztemangel nicht weiter verschärft, will die Bundesregierung die Ausbildungszeit verkürzen. Doch die Kärntner Ärztekammer warnt: Das dürfe die Qualität der Ausbildung nicht beeinflussen.
Erst kürzlich wurde die Dauer der Basisausbildung von Medizinern bundesweit von neun auf sechs Monate reduziert. Herr und Frau Doktor brauchen dank einer Novelle des Ärztegesetzes also künftig für die erste Phase ihrer Facharztausbildung nur noch sechs Monate. Die vermeintliche Idee dahinter: ÖVP, SPÖ und NEOS wollten nicht zuletzt die Wartezeiten auf Ausbildungsplätze verringern.
200 Ärzte stehen vor Pensionierung
Ein Schritt in die falsche Richtung, wenn es nach der Ärztekammer geht, denn in Kärnten sei die Situation ohnehin angespannt. Knapp 200 niedergelassene Ärzte werden in Kärnten in den nächsten Jahren das Pensionsalter erreichen – davor habe die Ärztekammer bereits frühzeitig gewarnt.
„Statt den Ausbildungsschlüssel aufzuweichen, braucht es zusätzliche Ausbildungsplätze, eine ausreichende Finanzierung und attraktive Rahmenbedingungen“, erklärt Ärztekammer-Präsident Dr. Markus Opriessnig. Kritisiert werden außerdem die derzeit üblichen Einjahresverträge für Assistenzärzte. Immerhin dauere die Ausbildung rund sechs Jahre.
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