Von Trump gefeuert
Nach 34 Jahren Ehe: Noem reicht Scheidung ein
Die frühere US-Heimatschutzministerin und Gouverneurin von South Dakota, Kristi Noem, hat die Scheidung von ihrem Ehemann Bryon eingereicht. Die Nachricht kommt nach Monaten voller Schlagzeilen – unter anderem wegen veröffentlichter Bilder ihres Mannes und Noems Ausscheiden aus der Regierung von US-Präsident Donald Trump.
Noem begründet den Scheidungsantrag laut der „New York Times“ mit „unüberbrückbaren Differenzen“. Das geht aus Gerichtsunterlagen im Hamlin County im US-Bundesstaat South Dakota hervor, wo das Paar in der kleinen Ortschaft Castlewood lebt. Das Dokument wurde laut den Unterlagen am 6. April von Noems Anwalt Michael K. Sabers unterzeichnet, allerdings erst am Montag bei Gericht eingereicht.
„Unüberbrückbare Differenzen“
„Kristi Noem hat die Auflösung ihrer Ehe mit Bryon Noem eingereicht“, erklärte Sabers. „Sie hat großes Vertrauen in das Justizsystem von South Dakota und wird weitere Kommentare dem Gerichtsverfahren vorbehalten.“
Ehemann hofft auf „einvernehmliche Lösung“
Auch Bryon Noems Anwalt Timothy G. Bottum äußerte sich. Sein Mandant sei „traurig darüber, dass die Ehe endet“, hoffe aber auf eine private und einvernehmliche Lösung. „Wenn ein Gerichtsverfahren notwendig wird, wird Bryon die Gelegenheit begrüßen, seine Sicht der Dinge wahrheitsgemäß darzulegen“, erklärte Bottum. Seine Priorität sei es, „die Familie zu schützen und als liebevolle Eltern und Großeltern weiterzumachen“.
Noem ist 54 Jahre alt, ihr Ehemann Bryon 56. Die beiden lernten sich bereits in der Highschool kennen und verlobten sich am 4. Juli 1991. Am 23. Mai 1992 heirateten sie in Watertown, South Dakota, dem Geburtsort von Kristi Noem. Das Paar hat drei erwachsene Kinder.
Skandalbilder sorgten für Aufsehen
Für Aufsehen sorgte Ende März ein Bericht der „Daily Mail“, in dem Bilder von Bryon Noem veröffentlicht wurden. Darauf soll er ein enganliegendes Oberteil getragen haben, unter dem große, aufgeblasene künstliche Brüste zu sehen gewesen seien. Kristi Noem erklärte damals, sie sei von den Bildern „am Boden zerstört“ gewesen. „Die Familie wurde davon völlig überrascht“, sagte sie.
Bryon Noem äußerte sich zu den Bildern zunächst nicht. Gegenüber einem Reporter der „New York Times“ schrieb er damals: „Ich werde mich irgendwann dazu äußern. Heute ist nicht der Tag dafür. Ich weiß Ihr Mitgefühl zu schätzen.“
Die Bilder lösten im Internet Spott aus. In Castlewood hingegen reagierten laut Berichten einige Bewohner mit Mitgefühl für Bryon Noem.
Auch um Noems Privatleben gab es Gerüchte
Auch über Noems Privatleben war zuletzt spekuliert worden. Am 4. März, einen Tag bevor sie ihr Amt als Heimatschutzministerin verlor, wurde sie bei einer Anhörung im US-Kongress von einem demokratischen Abgeordneten gefragt, ob sie eine sexuelle Beziehung zu ihrem Mitarbeiter Corey Lewandowski gehabt habe. Noem stand dabei unter Eid und bezeichnete die Frage als „Schund aus der Boulevardpresse“. Eine ausdrückliche Verneinung gab sie jedoch nicht ab. Ihr Ehemann begleitete sie zu der Anhörung.
Einen Tag später war ihr Amt weg
Einen Tag später entließ Trump Noem als Heimatschutzministerin. Sie war im November 2024 von Trump für das Amt ausgewählt worden und damit unter anderem für die US-Einwanderungsbehörden sowie die groß angelegte Abschiebeaktion seiner Regierung zuständig.
Als unmittelbarer Auslöser für ihre Entlassung galten ihre Aussagen bei zwei Anhörungen im Kongress. Dabei hatte Noem unter anderem erklärt, Trump habe millionenschwere Regierungswerbung genehmigt, in der sie selbst prominent zu sehen war. Trump widersprach dem und sagte im März gegenüber Reuters: „Ich wusste überhaupt nichts davon.“
Kritik nach tödlichen Schüssen
Während ihrer Amtszeit war Noem auch wegen ihres Umgangs mit tödlichen Schusswaffeneinsätzen bei Protesten gegen die Einwanderungspolitik der Regierung in Minneapolis in die Kritik geraten. Im Jänner wurden die US-Bürger Renee Good und Alex Pretti von Bundesbeamten erschossen. Noem bezeichnete Good und Pretti daraufhin als „inländische Terroristen“.
Trump erklärte bei ihrer Entlassung, Noem habe „gute Dienste geleistet“ und „zahlreiche und spektakuläre Ergebnisse“ erzielt, insbesondere an der Grenze. Gleichzeitig kündigte er für sie eine neue Funktion als Sondergesandte für die „Shield of the Americas“ an, einer von ihm angekündigten neuen Sicherheitsinitiative für die westliche Hemisphäre.

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